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Malteser neu entdeckt

Schülerinnen und Schüler des beruflichen Gymnasiums Wirtschaft im Praktikum auf Malta

Bereits zum zweiten Mal befinden sich Schülerinnen und Schüler des beruflichen Gymnasiums Wirtschaft aus Bad Kreuznach im Rahmen ihrer Zusatzqualifikation EBBD (European Business Baccalaureate Diploma) auf Malta, um dort ein vierwöchiges Praktikum abzuleisten. 

Neben besagtem Praktikum nehmen EBBD-Schülerinnen und Schüler an diversen europäischen Projekten teil, z.B. den International Days in Kopenhagen, legen eine separate Sprachprüfung in Französisch oder Spanisch ab und besuchen den bilingualen BWL-Unterricht. Dieser findet dann hauptsächlich auf Englisch statt- und sogar die Abiturprüfung in BWL machen EBBD-Absolventinnen und Absolventen auf Englisch. 

Daher fühlten sich unsere Lernenden auch optimal auf ihr Auslandspraktikum vorbereitet.

So meint z.B. Lukas Sutor aus Oberstreit, der in der Personalabteilung der Computersoftware-Firma PTL Limited arbeitet, dass es keine einzige Situation gab, in der Probleme mit der englischen Sprache gehabt habe, die auf Malta Landessprache ist. Er verstehe sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext alles und könne fließend mit seinen Kolleginnen und Kollegen auf Englisch kommunizieren.

Ben Reiniger aus Bad Kreuznach, der in einem Maklerbüro arbeitet, bei dem ein strikter Dresscode einzuhalten ist, hat sich ebenfalls gut eingelebt. Er kümmert sich eigenverantwortlich um die Aktualisierung und Neueinstellung von Exposés auf der Firmenhomepage und in sozialen Netzwerken und hat daher auch sehr viel telefonischen Kundenkontakt. 

Lea Neubrech aus Lettweiler war vom ersten Tag an total begeistert von ihrer vielseitigen Arbeit auf Malta. „Ich darf total viel eigenständig machen und es gibt so viel zu tun, dass es nie langweilig wird.“ Sie arbeitet bei der Sprachschule Inlingua und ist dort unter anderem für die Freizeitaktivitäten der Sprachschüler verantwortlich, organisiert Sightseeing-Touren und führt diese auch durch, kümmert sich aber auch um die Ausstellung und Verlängerung von Schülerausweisen, organisiert die Büchervergabe und Rückgabe und ist am Empfang tätig.

Glenda Gonzales, Coordinating Manager von Inlingua, sagte im Gespräch mit Frau Studiendirektorin Esther Barkanowitz, dass sie überzeugt sei, dass die Praktikantinnen und Praktikanten durch das Arbeiten im internationalen Umfeld und den Umgang mit Kunden jeder Altersklasse auf ihrem weiteren Lebens- und Berufsweg profitieren werden. 

Auch der Schulleiter der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach, Prof. Dr. Bechtoldt, zeigt sich erfreut, dass der Auslandsaufenthalt erneut so gewinnbringend für die Schülerinnen und Schüler war- nicht zuletzt dank unseres zuverlässigen Partners auf Malta, dem Malta Vocational Center. Marco Arcella vom MVC übernimmt die Zuteilung der Praktikanten auf die verschiedenen Firmen, organisiert die Unterbringung in internationalen Wohngemeinschaften mit bis zu sechs Personen und ist auch Ansprechpartner vor Ort. Des Weiteren steht er im ständigen Kontakt mit der EBBD- Koordinatorin Frau Barkanowitz, um die Qualität des Praktikums anhand von Assessment- und Evaluationsmethoden ständig zu verbessern. Wie bereits im Vorjahr zeigt er sich begeistert vom vorbildlichen Verhalten und den sehr guten Englischkenntnissen der Praktikantinnen und Praktikanten der BBS Wirtschaft und freut sich schon auf die jungen Menschen, die im nächsten Jahr berufliche und interkulturelle Erfahrungen auf Malta sammeln wollen. 


JUNIOR Landeswettbewerb Rheinland-Pfalz 2018

Berufsbildende Schule Wirtschaft Bad Kreuznach wieder vorne mit dabei

Die Schülerfirma "Kreuznacher BlechFactory" der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach konkurrierte am 15. Mai 2018 um den Titel „Bestes JUNIOR Unternehmen in Rheinland-Pfalz 2018". Der Schulleiter der BBS Wirtschaft in Bad Kreuznach, Prof. Dr. Hans-Joachim Bechtoldt, begrüßt insbesondere, dass im Rahmen des JUNIOR Programms die jungen Teilnehmer nicht nur Schlüsselqualifikationen wie Selbstständigkeit, Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein, Problemlöse- und Präsentationsfähigkeit sich aneignen und schulen, sondern zudem die Möglichkeit erhalten, wirtschaftliche Zusammenhänge in der Praxis zu erleben und sie selbst zu gestalten. Zusammen mit acht anderen "JUNIOR-Unternehmen" aus Ingelheim, Remagen, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Idar-Oberstein, Kaiserslautern und Trier präsentierte die "Kreuznacher BlechFactory" im Foyer der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) in Mainz ihr seit einem Jahr geführtes Juniorunternehmen. Die unabhängige Jury ermittelte auf Grundlage von festgelegten Kriterien das beste JUNIOR Schülerunternehmen des Bundeslandes. Anhand dieser Kriterien zeigten die Schülerfirmen, was sie in ihrem Team während des JUNIOR Jahres geleistet und gelernt hatten. Zusätzlich zu der Erarbeitung des Geschäftsberichts über Zielerreichung, Marketingstrategie und Bilanzdaten, wurden von den Schülerfirmen die Messestände aufgebaut. Hier präsentierten die Schülerinnen und Schüler der "potenziellen Kundschaft" ihr Produkt und gaben der Jury ein Interview über ihre Geschäftsideen, die damit verbundene Marktforschung sowie die unternehmerischen Entscheidungen und die dafür notwendige Teamarbeit. Danach folgten Bühnenpräsentationen, in denen die Schülerfirmen versuchten, das Publikum von ihrem Produkt zu begeistern und zu überzeugen. Zusätzlich bewertete die Jury Kreativität und Zukunftspotenzial der Geschäftsideen. In diesem Zusammenhang spielte der Aspekt der Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle, da die Umwelteigenschaften und der soziale Aspekt eines Unternehmens, Grundlage einer erfolgreichen unternehmerischen Tätigkeit sein können. Letztendlich konnte die Schülerfirma "SewCase" aus Trier mit ihrer Idee über das Nähen von individuellen Office-Ordnerhüllen punkten. Die "Kreuznacher BlechFactory" konnte sich zwar gegen die starke Konkurrenz nicht durchsetzen, jedoch war allein die Teilnahme an diesem Wettbewerb ein beachtlicher Erfolg. Zusammen mit dem Landessieger konnten alle Teilnehmenden unvergessliche Erfahrungen und bleibende Eindrücke gewinnen. Für das Juniorunternehmen der "Kreuznacher BlechFactory" stellt der Landeswettbewerb noch nicht das Ende des Geschäftsjahres dar. Studienreferendarin Nataliya Iyik organisiert eine Betriebserkundung des juwi-Gebäudes in Wörrstadt am 15. Juni 2018, an der die Schülerinnen und Schüler der "Kreuznacher BlechFactory" gemeinsam mit den Absolventen der Berufsoberschule II der BBS Wirtschaft teilnehmen werden. Das juwi-Gebäude trägt den Titel "Das effizienteste Büro-Gebäude der Welt" und stellt somit eine gute Gelegenheit dar, eine nachhaltige unternehmerische Tätigkeit zu erkunden. Genauer gesagt, werden die Schüler den ökologischen Umbau der Wirtschaft am Beispiel eines wohnortnahen Betriebs erkunden und den Aspekt der Nachhaltigkeit durch eigene Beobachtungen und die Befragung der dort tätigen Experten ermitteln. Diese Betriebserkundung wird ein schöner Abschluss des einjährigen Geschäftsjahres der "Kreuznacher BlechFactory" darstellen.

Schüler der "Kreuznacher BlechFactory" präsentieren ihre Produkte am Messestand (von links nach rechts: Angelika Schneider, Frau StD' Barkanowitz, Nadine Adam, Joana Didion, Ann-Catrin Fuchs, Daniel Malewicz).

Mens sana in corpore sano … auch an einer BBS

Seit vielen Jahren bietet unsere Berufsbildende Wirtschaft Skifreizeiten für Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft an. Auch in diesem Jahr verbrachten Mitte März 34 Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse ereignisreiche Tage in Lofer im Salzburger Saalachtal. Die diesjährige Fahrt stand im Zeichen toller Schnee- und auch guter Wetterbedingungen. Bei strahlendem Sonnenschein, manchmal zeigten sich wenige Wolken am Himmel, machten sich die Schüler auf die Berge der Almenwelt Lofer, um an drei Tagen die Grundkenntnisse des „Alpinen Skisports“ zu erlernen. 

Nach 8-stündiger Anreise erlebten die Jugendlichen an den darauffolgenden Tagen die Faszination Skifahren mit all ihren Reizen und Vorzügen - aber auch Tücken - kennen. Hindernisse wie hohe Gondeln, rutschiger oder vereister Schnee, steile Pisten und Lifte, schlechtere Sicht und vieles mehr wurden von den zum größten Teil Skianfängern mit Bravour gemeistert und überwunden, um nach nur drei Skitagen wirklich große Lernfortschritte zu verzeichnen. Auch die fortgeschrittenen Skifahrer und Könner kamen in dem Skigebiet auf ihre Kosten, erweiterten ihre Kenntnisse auf Hängen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden oder gaben ihr Wissen an die Skianfänger weiter. Den täglichen Skikurs führten die dafür ausgebildeten Lehrkräfte StR Barth, OStR Baumann sowie StR‘ Zimmer durch. Unterstützt wurden sie hierbei, d.h. auf und neben der Piste, von der begleitenden Lehrkraft StR‘ Dörner.

Allabendlich nutzen die Schülerinnen und Schüler nach dem gemeinsamen Abendessen die ihnen zur Verfügung stehende Zeit zur Erkundung der Umgebung, für gemütliche Stunden oder einfach nur zum Ausruhen nach anstrengenden Skitagen. Ein gemeinsamer Besuch der nächtlichen Snow-Light Show der Skischule Lofer wird den Jugendlichen wohl ebenso in Erinnerung bleiben, wie die komplette Wintersportwoche sehr vielen von ihnen sicherlich lange als einzigartiges Erlebnis in Erinnerung bleiben wird. Nach einer wirklich tollen Woche ging es ohne Verletzungen freitags frühmorgens wieder sicher in Richtung Heimat.

Abschließend gilt ein besonderer Dank unserem Schulleiter, Herrn Prof. Dr. Bechtoldt, der diese Schulfreizeiten immer wieder genehmigt, weil ihm außerschulische Lernorte sehr am Herzen liegen. Auch war er es, der vor Jahren dafür gesorgt hatte, dass die BBS Wirtschaft Bad Kreuznach u. a. mit kompletten Klassensätzen für Ski und Snowboard ausgerüstet ist. Unsere Schülerinnen und Schüler reisen an mit noblem Reisebus, geprüftem Lehrpersonal, leichtem Gepäck und vor allem vollständigem Pistenequipment; neidische Blicke von Teilnehmern anderer Jugendgruppen vor Ort können demnach leider nie vermieden werden …


Erfolgreiche Schulentwicklung an der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach

Aufgrund ihrer erfolgreichen pädagogisch-betriebswirtschaftlichen Konzeption hatte die BBS Wirtschaft in Bad Kreuznach im November 2017 als einzige deutsche Schule im Ranking der europaweit teilnehmenden Schulen den sogenannten TES-Award gewonnen.

Die Ideengeber um Schulleiter Prof. Dr. Hans-Joachim Bechtoldt, die in jahrelanger Vorarbeit die Grundlagen zu diesem besonderen Erfolg gelegt hatten, luden nun Freunde und Gönner ihrer Bildungseinrichtung zu einer Feierstunde ein.

„Ohne die Tatsache, mit leistungsfähigen Schülerinnen und Schülern zusätzlich zu den täglichen Aufgaben einer modernen Bildungseinrichtung visionären Gedanken nachzugehen, zusätzliche Sprachdiplome und Auslandspraktika anzubieten, den Unternehmungsgeist Jugendlicher in Juniorfirmen zu fördern und ein europaweites Netzwerk zu schaffen, wären wir nicht ausgezeichnet worden.“ führt der stolze Schulleiter aus. Er zeigte sich hoch erfreut, dass zahlreiche hochkarätige Gäste der Einladung gefolgt waren.

Hierzu zählen Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt, Referent Rolf Stachowitz vom Bildungsministerium, MdL Dr. Denis Alt, Landrätin Bettina Dickes sowie die Repräsentanten von gut 30 dualen Partnern der BBS Wirtschaft. Hinzu kamen zahlreiche Lehrkräfte der BBS und eine stattliche Zahl involvierter Schülerinnen und Schüler.

Festrednerin Daniela Schmitt hob das vielfältige Engagement der BBS Wirtschaft hervor „Was viele Schulen als freiwillige Zusatzprogramme anbieten, gehört bei dieser Bildungseinrichtung zum Unterricht dazu. Dieser TES-Award oder beispielsweise die Wahl von Lehrkraft Dr. Sven Bermel zum Schulpaten des Jahres 2017 im Kontext der hier betriebenen Juniorfirmen, sind deutschlandweite Alleinstellungsmerkmale“ so die Staatssekretärin. „Wir sind stolz, eine solch ausgezeichnete Schule in Rheinland-Pfalz zu haben.“

Landrätin Bettina Dickes attestierte der BBS Wirtschaft eine stets hohe Professionalität und freute sich, dass der Landkreis Bad Kreuznach als Schulträger seinen Anteil zu diesem Erfolg beisteuern konnte und dies auch zukünftig weiter leisten werde.

MdL Denis Alt erneuerte seine Glückwünsche zu dieser hohen europäischen Auszeichnung. „Die Berufsbildende Schule Wirtschaft Bad Kreuznach steht seit vielen Jahren für Kreativität und moderne Konzepte. Ich darf Sie darin bestärken, diesen Weg konsequent weiterzugehen. Ihnen, allen Kolleginnen und Kollegen sowie der ganzen Schulgemeinschaft wünsche ich weiterhin viel Erfolg dabei.“

Als besonders erfreulich empfanden die Gäste aus Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben, dass die in diverse Projekte und Juniorfirmen involvierten und in englischer Sprache vortragenden Schülerinnen und Schüler erkennen ließen, mit wieviel Herzblut sie ihre Beiträge zur Veranstaltung leisteten. Ihre Ansprechpartnerinnen, die sog. Wirtschaftspaten Hilde Noack, Marion Krajewski, Daniel Noack und Harry Donau, bescheinigten ihnen jedenfalls ein überdurchschnittliches schulisch-wirtschaftliches Engagement, das sie mit Sicherheit künftig auch beruflich voranbringen wird.

Das war ganz im Sinne des Begrüßenden, Schulleiter Prof. Dr. Bechtoldt, der seine Laudatio zur Aufmunterung der anwesenden Schülerinnen und Schüler unter das Motto gestellt hatte: „Per aspera at astra, also durch das Raue zu den Sternen. Oder, was eventuell geläufiger ist: Ohne Fleiß, keinen Preis. Herzlichen Dank für Ihr besonderes Engagement.“

Festrednerin Staatssekretärin Daniela Schmitt
1. Reihe (von links): Schulleiter Prof. Dr. Bechtoldt,
Staatssekretärin Schmitt,
StD Schwindt, StD` Barkanowitz,
StR Dr. Bermel, MdL Dr. Denis Alt.

Hohe Auszeichnung für die BBS Wirtschaft Bad Kreuznach

Foto der Preisverleihung: (von links) StD Günter Schwindt, Rodrigo Ballester ( Vertreter der europäischen Kommission), Caroline Jenner (JA Europe), StD‘ Esther Barkanowitz, Dr. Sven Bermel

 

Die Berufsbildende Schule Wirtschaft in Bad Kreuznach wurde in diesem Jahr als einzige deutsche Schule mit dem Entrepreneurial School Award (TES-Award) ausgezeichnet. Es handelt sich dabei um eine europäische Auszeichnung die von der Dachorganisation Junior-Achievement Europe (JA Europe) jährlich an verschiedene europäische Schulen verliehen wird. Das ganze Projekt läuft im Auftrag und wird gefördert von der Europäischen Union.

Die Bad Kreuznacher Schule erhält die hohe Auszeichnung für ihr Konzept der betriebswirtschaftlichen Bildung in Verbindung mit dem European Business Baccalaureate Diploma (EBBD) und der Implementierung von Junior-Firmen in den betriebswirtschaftlichen Unterricht und erhält damit eine positive Bestätigung ihres Konzeptes innovativer Schulentwicklung.

Durch die EBBD-Zertifizierung erhalten Schülerinnen und Schüler zu ihrem Abitur eine zusätzliche Zertifizierung, die Ihnen eine Exzellenz-Ausbildung nach europäischen Bildungsstandards bescheinigt. Dazu gehört die Teilnahme im betriebswirtschaftlichen Unterricht in englischer Sprache und an einem Auslandspraktikum mit eindeutig betriebswirtschaftlicher Ausrichtung.

Schülerinnen und Schüler, die in den Junior-Firmen der Schule mitarbeiten, erhalten durch ihre Tätigkeiten einen vollständigen Einblick in die Wertschöpfungskette von Unternehmen. Sie kaufen ein, produzieren, berechnen Kosten und verkaufen Ihre Produkte auf verschiedenen Märkten der Region. Aktuell produziert  die Junior-Firma Blechfactory Möbel aus alten Verkehrsschildern die auf verschiedenen Weihnachtsmärkten der Region gekauft werden können. Betreuer Dr. Sven Bermel wurde in diesem Jahr ohnehin bereits deutschlandweit als Schulpate des Jahres für sein Engagement mit der Junior-Firma ausgezeichnet. Diese wird beraten von der Steuerberatung Noack+Partner mbB, und der Unternehmensberatung Harry Donau, jeweils Weinsheim. Diesen Unternehmen gilt der Dank der Schule sowie der Fa. Meffert AG, die traditionell in jedem Jahr die besten Absolventen in Betriebswirtschaftslehre auszeichnet.

Oberstudiendirektor Prof. Dr. Hans-Joachim Bechtoldt konnte hocherfreut über diese hohe Ehre seinen Lehrkräften StD‘ Esther Barkanowitz (verantwortlich für das European Business Baccalaureate Diploma), StD Günter Schwindt (Leiter des beruflichen Gymnasiums und Fachkonferenzleiter für Betriebswirtschaftslehre) und StR Dr. Sven Bermel (Organisator der Junior-Firmen), zur Preisverleihung beglückwünschen. „Ohne Ihre besondere Fachkompetenz, gekoppelt mit einem visionären schulischen Engagement, und nur mit der selbstlosen Unterstützung durch innovativ denkende und agierende duale Partner wären solche Lorbeeren nicht zu ernten gewesen. Motivation und Fleiß aller beteiligten Schülerinnen und Schüler sind natürlich Voraussetzung für diesen Erfolg und ebenso bemerkenswert. Danke und weiter so“ führte der stolze Schulleiter aus.

Der Preis wurde in diesem Jahr, von Rodrigo Ballester (Mitglied der europäischen Kommission) und Carolin Jenner (Vorsitzende von JA Europe) in Tallinn, Estland verliehen. Die drei deutschen Vertreter (BBS Wirtschaft Bad Kreuznach) konnten sich einem mehrtägigen Seminar der California State University über dort entwickelte Projekte zum betriebswirtschaftlichen Unterricht und über die Arbeitsweisen anderer europäischer Schulen informieren und selbstentwickelte IT-basierte Lernprogramme für den bilingualen Unterricht in Betriebswirtschaftslehre vorstellen. Durch die Kontakte zu den Gewinnern aus anderen europäischen Ländern konnten neue Schulpartnerschaften ins Leben gerufen werden, die im nächsten Jahr einen intensiven Schüleraustausch ermöglichen sollen. So sind aktuell Schulen aus England, Rumänien und Italien an einem weiteren Erfahrungsaustausch mit Lehrerinnen und Lehrern der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach und einem Schüleraustausch interessiert. Somit leistet die Bad Kreuznacher Bildungseinrichtung ihren kleinen Beitrag am weiteren Ausbau des großen Hauses Europa, denn Erfolge sind beispielgebend und beflügeln.  


Besuch der "Zeitzeugin der 2. Generation", Prof. Erika Rosenberg, an der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach

Gleich zwei Vorträge hielt die heute in Argentinien lebende Zeitzeugin der 2. Generation in der Rheingrafenstraße: Vormittags lauschten die beiden Jahrgänge der Höheren Berufsfachschule Polizeidienst- und Verwaltung gespannt ihrem Vortrag, während sich nachmittags die Jahrgangsstufe 13 des beruflichen Gymnasiums und die Berufsoberschule 2 im neuen modern ausgestatteten Raum CE 40 einfanden.

"Zeitzeugin der zweiten Generation" bedeutet, dass sie selbst erst nach dem Krieg geboren wurde, aber ihre Eltern bereits 1936, also noch vor dem Holocaust über Paraguay nach Argentinien vor den Nazis flohen. Eindrucksvoll schilderte Prof. Rosenberg wie schwer es für ihre Eltern war, in Paraguay in der Landwirtschaft Fuß zu fassen und wie sie illegal über die Grenze nach Argentinien flohen, weil niemand die "Flüchtlinge" wirklich wollte. Damit machte sie auch auf die Situation der Flüchtlinge aus u.a. Afghanistan und Syrien aufmerksam und schlug somit die Brücke zum Jetzt und Hier.

Erika Rosenberg wuchs in Argentinien zweisprachig auf, arbeitete nach dem Studium als Dozentin, Übersetzerin, Dolmetscherin, bildete Diplomaten aus und konnte Erfolge als Schriftstellerin verbuchen. Im Jahr 2015 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Prof. Rosenberg schrieb Bücher und Essays über bekannte Persönlichkeiten, wie z.B. Che Guevara, den lateinamerikanischen Freiheitskämpfer, ihren Landsmann Papst Franziskus, doch literarisch verarbeitete sie immer wieder das Schicksal der Juden im Nazi-Deutschland und in Europa - und den tapferen Menschen, die Widerstand gegen das Regime leisteten.

Sie selbst bedauert, dass ihre Eltern ihre eigenen Erfahrungen und letztendlich den Verlust ihrer "restlichen" Familie nie thematisierten. Sie habe sich als Kind und Jugendliche oft gefragt, warum sie keine Großeltern, Onkel, Tanten und Cousins/ Cousinen habe. Später erfuhr sie, dass diese wohl aus Naivität und Leichtgläubigkeit überzeugt waren, als Kriegsveteranen, Gelehrte und angesehene "Deutsche" nicht von den Verfolgungen betroffen zu sein- und mit Millionen anderer Juden umkamen.

Ihre bekanntesten Werke sind jedoch die, die sie über die Familie Schindler verfasste - allen bekannt aus dem Oscar preisgekrönten Hollywoodfilm "Schindler's List". Besonders mit Emilie Schindler, der Frau Oskars, die sie in den 80-er Jahren kennenlernen durfte, führte sie lange Gespräche, die auf Tonband aufgezeichnet wurden und so eine wertvolle Erinnerung für die Nachwelt darstellen.

Professor Rosenberg, eine passionierte Tierliebhaberin- besonders Katzen haben es ihr angetan wie sie beim gemeinsamen Mittagessen mit Studiendirektorin Esther Barkanowitz und dem Personalratsvorsitzenden StR Ernst Michael Thrun verriet- fand sofort einen emotionalen Zugang zu der in ärmlichen Verhältnissen lebenden Emilie Schindler, die sich aufopfernd um bis zu 40 Katzen in Argentinien kümmerte. Aus dieser spontanen Zuneigung entstand eine tiefe Freundschaft zu einer der "vergessenen" Heldinnen der Zeit des Nationalsozialismus.

Daraus resultierten unter anderem folgende Werke:

In Schindlers Schatten. Emilie Schindler erzählt ihre Geschichte.
Ich, Oskar Schindler: Die persönlichen Aufzeichnungen, Briefe und Dokumente.
Ich, Emilie Schindler. Erinnerungen einer Unbeugsamen.

Oskar Schindler. Seine unbekannten Helfer und Gegner.

In ihrem ca. 60-minütigen Vortrag betonte Frau Rosenberg immer wieder, welch tragende - und leider verkannte Rolle -  Frau Schindler in der Rettung von circa 1200 Juden hatte, wie sie die "Geschäfte" der Firma selbst in die Hand nahm, wenn ihr Mann auf Reisen war, und wie sie sich ebenso geschickt mit den Handlangern Hitlers in den Arbeitslagern Krakaus "anfreundete" - immer das Überleben "ihrer" Arbeiterinnen und Arbeiter im Blick.

Als enge Vertraute und Biographin der Schindlers bekam Erika selbstverständlich auch eine Einladung von Steven Spielberg persönlich zu der Filmpremiere von 'Schindler's List' in Israel, die sie zusammen mit Frau Schindler wahrnahm - und der beeindruckten Schülerschaft auch im Original auf Powerpoint präsentierte.

Wer nun allerdings die Schilderung einer glamourösen Ehrung oder eines Red-Carpet-Auftritts erwartete, wurde bitter enttäuscht - ebenso wie damals Frau Schindler und Frau Rosenberg in Israel. Sie waren um die halbe Welt gereist, um in der letzten Reihe zu sitzen und von Herrn Spielberg nur aus der Ferne ein kurzes Nicken zu bekommen. Interessanterweise war in dem Hollywood-Spektakel genauso wenig Platz für Frauen wie es schon 30 Jahre vorher für "gute" Deutsche war. Denn - wie in Briefen von Frau Schindler belegt und von Prof. Rosenberg gezeigt- gab es bereits in den 1960er Jahren in Hollywood ernsthafte Bestrebungen, das Leben und die Taten Schindlers zu verfilmen. Allerdings scheiterte der Plan damals an der zeitgenössischen Wahrnehmung der Deutschen - sie waren immer noch die "Bösen" und im erfolgsorientierten Hollywood hatte man Angst, ein Film mit einem "guten" Deutschen würde ein Flop werden.

Besonders nach der Nachmittagsveranstaltung fand ein angeregter Austausch zwischen Prof. Rosenberg und den anwesenden KollegInnen und der Schülerschaft statt, die einerseits zunächst sprachlos waren, aber auch einen enormen Redebedarf ob solch offensichtlicher Ungerechtigkeiten hatten.

Schulleiter Prof. Dr. Bechtoldt bedankte sich im Namen der gesamten BBS Wirtschaft Bad Kreuznach für die beeindruckenden Vorträge "Gegen das Vergessen" bei Prof. Rosenberg und hofft auf ein Wiedersehen: "Vuelve, Senora Rosenberg, vuelve por favor!"

rosenbergerika.blogspot.de/2017/09/zwei-veranstaltungen-in-der.html

 


Ehemaliger Schüler informiert über duales Studium

Erik Kuhn, ehemaliger Schüler unseres Beruflichen Gymnasiums (ABI 2015), informierte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13 über das duale Studium bei IBM.

Erik studiert seit 2015 an der Dualen Hochschule Baden-Würtemberg (DHBW) Wirtschaftsinformatik und steht nun kurz vor seinem Bachelor-Abschluss. In seinem halbstündigen Vortrag informierte er die interessierten Schülerinnnen und Schüler u.a. über die verschiedenen dualen Studiengänge bei IBM, die Zugangsvoraussetzungen, den Ablauf des Studiums und die Verdienstmöglichkeiten.

Neben der Wirtschaftsinformatik werden angewandte Informatik, Digital Business Management, Dienstleistungsmanagement und International Management for Business and Information Technologie angeboten. Welcher Studiengang für einen selbst der richtige ist, kann auf der Homepage von IBM in einem Onlinetest ermittelt werden.

Im Studium wechseln sich Theorie- und Praxisphasen im 3-Monats-Rythmus ab. In den Praxisphasen kann man selbst entscheiden, in welchem Bereich und an welchem Standort des Unternehmens man arbeiten möchte. Auch Praxisphasen im Ausland sind möglich. Erik stellte klar, dass ein duales Studium im Vergleich zum Studium an einer Universität deutlich straffer organisiert sei und es sich fast ausschließlich um Veranstaltungen mit Anwesenheitspflicht handele. Der Vorteil sei aber, dass man in kleinen Gruppen arbeite und so stets mitgezogen wird. Und natürlich, dass man auch während der Theoriephasen an der DHBW bezahlt werde. Abhängig vom Semester liegt das Gehalt zwischen 800 und 1200 Euro im Monat. Zusätzlich gibt es Zuschüsse zu Arbeitsmaterialien. Auch die Unterbringungskosten werden z.T. übernommen.

Zulassungsvoraussetzungen für den Studiengang Wirtschaftsinformatik sind neben der Allgemeinen bzw. Fachgebundenen Hochschulreife (Abitur) mit einem Notenschnitt von mind. 2,5 auch mindestens 8 Punkte im Fach Mathematik. Die Teilnahme an einem Informatik-Leistungskurs ist nicht zwingend erforderlich. Zudem sollte man natürlich Interesse an moderner Informationstechnologie und betriebswirtschaftlichen Aufgaben haben.

Bewerben kann man sich jeweils ein Jahr im Voraus, also mit dem Jahreszeugnis aus Stufe 12. Beim Erfüllen aller Zulassungskriterien wird man dann zunächst zu einem Online-Test aufgefordert. Verläuft auch dieser positiv erhält man eine Einladung zu einem eintägigen Assessement-Center und erhält direkt am Ende dieses Tages eine Rückmeldung, ob man den Studienplatz bekommt.

Zum Abschluss gab Erik den Schülerinnnen und Schülern den Tipp, sich möglichst frühzeitig nach Erhalt des 12er Zeugnisses zu Bewerben, da die Plätze nach Bewerbungseingang vergeben werden.

Informationen zum Dualen Studium bei IBM


Schülerfirmen der BBS Wirtschaft



"Junior"-Firmen gegründet

Schüler der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach gründen zum ersten Mal „Junior“-Firmen und präsentieren ihre ersten Produkte auf dem Cow-Mountain-Weihnachtsmarkt auf dem Kuhberg in Bad Kreuznach vom 16. bis 18.12.2016

Bad Kreuznach: Zum ersten Mal gründen Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums der Berufsbildenden Schule Wirtschaft in Bad Kreuznach Juniorfirmen. Damit möchten sie sich als Jungunternehmer unter Beweis stellen. Diese Möglichkeit bietet Ihnen das Programm "Junior" (www.junior-programme.de) vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Es soll Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, sich ein Jahr selbständig zu machen. Das Motto "WIRTSCHAFT ERLEBEN" für Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse fördert unter anderem die Praxisorientierung sowie Kreativität. Die Jungunternehmer erwerben Schlüsselkompetenzen in Form der Methoden-, Sozial-, Selbst- und Handlungskompetenz, die auf dem Arbeitsmarkt immer häufiger nachgefragt werden. Im Institut der deutschen Wirtschaft Köln wird das Junior-Modell bundesweit betreut. Das Institut ist Ansprechpartner für die Jungunternehmer bei allen möglichen Fragen rund um die Gründung ihrer Schülerfirma.

In einer Arbeitsgemeinschaft sollen die Schülerinnen und Schüler mit ihrem Schulpaten, Herrn Studienrat Sven Bermel, eine eigene Schülerfirma auf die Beine stellen. Doch mit welchem Produkt oder welcher Dienstleistung könnte man ein Unternehmen starten? Mit dieser Frage beschäftigten sich 32 Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft. Derzeit existieren 3 Juniorfirmen an der Berufsbildenden Schule Wirtschaft in Bad Kreuznach, nämlich die Juniorfirma „Forestable", „NoSense" und  „Glass Screen Society". Die Geschäftsidee der Juniorfirma "Forestable" basiert auf der nachhaltigen Herstellung individueller Einzelstücke aus und mit Holz. Hierzu beziehen sie Abfallprodukte in Form von Baumverschnitt aus der regionalen Forstwirtschaft in den Produktionsprozess mit ein. Bevor sich im Januar auf die Herstellung von Tischen fokussiert wird, produziert das Juniorunternehmen derzeit exklusive Holzuntersetzer mit kundenindividuellen Signaturen, Kleiderhaken sowie Spiegel mit Holzverzierungen. Die Juniorfirma "NoSense" (http://nosenseupcycling.wixsite.com/nosense) hat sich auf das Upcycling von Second Hand- und Basic-Kleidung spezialisiert. Desweiteren werden jedoch auch weitere kreative Produkte bspw. in Form von Kissen, Weihnachtsschmuck, (Kosmetik-)Beutel oder Kirschkernkissen produziert. Auch hier können kundenindividuelle Wünsche in Auftrag gegeben werden. Die Juniorfirma "Glass Screen Society" möchte Leinwände mit Mosaiksteinen auf kundenindividuellen Wunsch anfertigen. Der Kunde hat hierbei Einfluss auf die Farbgestaltung und kann somit seine eigene Note in das Kunstobjekt einfließen lassen. Jede Schülerfirma ist in die Abteilungen „Vorstandsvorsitz", „Verwaltungsabteilung", „Finanzabteilung", „Marketingabteilung", „Technikabteilung" untergliedert und hat dementsprechende betriebliche Aufgabenbereiche. Die von den Juniorunternehmen hergestellten innovativen Produkten sollen zukünftig direkt in der Berufsschule und über das Internet verkauft werden. Wie  die Schüler ihre Produkte richtig präsentieren und gut verkaufen konnten sie bereits erfolgreich auf dem Weihnachtsmarkt der Winzergenossenschaft Rheingrafenberg in Meddersheim am 11.12.2016 erproben. Vom 16. bis 18.12.2016 werden die Juniorfirmen auf dem Cow-Mountain-Weihnachtsmarkt auf dem Kuhberg in Bad Kreuznach vertreten sein. Dabei zählt die Devise "Einer für Alle und Alle für Einen". Nur auf diese Weise funktioniert es! Je mehr Spaß die Schüler haben, desto besser läuft das Unternehmen. Wichtig ist laut Studiendirektorin Esther Barkanowitz, dass jedes Teil selbst gefertigt und nach eigenen Ideen zum individuellen Produkt wird. Unterstützung erhalten die Schüler neben ihren Schulpaten von den Wirtschaftspaten. So hat das Juniorunternehmen Forestable den Zimmerermeister Carsten Lorenz aus Bosenheim sowie den gelernten Schreiner und Hausmeister der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach Eric Thomas, die Juniorfirma "NoSense" die Raumdecor Niebergall GmbH mit Sitz in Hargesheim und das Juniorunternehmen Glass Screen Society die Firma Tedox aus Bad Kreuznach als Wirtschaftspaten gewinnen können. Weiterhin erhalten die Jungunternehmer Unterstützung durch den Schulleiter Prof. Dr. Hans-Joachim Bechtoldt, der jeder Schülerfirma einen eigenen Raum für ihr unternehmerisches Experiment zur Verfügung stellte. Der Materialeinkauf wird durch den Verkauf von Anteilsscheinen finanziert, erklärten die Vorstandsvorsitzenden Leila Doxie, Tobias Jungbluth und Mohamed Abdul Nabi Ali. Sie hoffen, dass am Ende des Geschäftsjahres ein Gewinn an die Anteilseigner ausgeschüttet werden kann. Bisher wurden bereits etliche Prototypen gefertigt und eine Marktbefragung durchgeführt, sagen die „Chefs“.

Bei der Auftaktveranstaltung im Landesmuseum Mainz sowie in den Räumlichkeiten des Wirtschafts- und Bildungsministeriums am 21.11.2016 wurden den Vorstandsvorsitzenden, den Marketing- und Finanzleitern der Juniorunternehmen in verschiedenen Workshops zentrale Grundlagen in Rechnungswesen, Marketing und Unternehmensleitung vermittelt, die sie für ihre einjährige Unternehmenstätigkeit bei Junior benötigen. Sven Bermel war schon mehrmals Schulpate von Juniorfirmen: „Ich selbst betreue das Projekt mit unglaublich großem Spaß, da man hier erlebt, wie Schüler ein komplettes Schuljahr lang ein Unternehmen führen, wie sie miteinander arbeiten, Konflikte untereinander austragen, sich immer selbständiger entwickeln, sie auf Kunden zugehen und damit Fähigkeiten erwerben, die man im normalen regulären betriebswirtschaftlichen Unterricht im Wirtschaftsgymnasium den Schülern gar nicht vermitteln kann. Praxisorientierter geht es nicht! Aber hierfür ist auch ein hohes Maß an Eigeninitiative und Leistungsbereitschaft gefragt". Die BBS Wirtschaft möchte auch zukünftig die Junior-Unternehmen am Beruflichen Gymnasium Wirtschaft anbieten und mit dem Titel "JUNIOR Premium Schule" ausgezeichnet werde.

Bad Kreuznach, 05.12.2016: Schülerinnen und Schüler der Juniorfirmen „NoSense“, „Forestable“ und „GlassScreenSociety“ mit Wirtschaftspate Eric Thomas und Schulleiter Hr. Prof. Dr. Hans-Joachim Bechtoldt (Mitte) und Schulpate Sven Bermel (rechts)

BBS Wirtschaft steigt im europäischen Bildungs-Ranking

Schulen sollen Lernen ermöglichen, das nicht im Klassenraum aufhört, sondern dort erst beginnt. Dieser Weisheit eines lebenslangen Lernens trägt die BBS Wirtschaft Bad Kreuznach wieder einmal mehr Rechnung: sie darf sich nun als vierte Schule in Rheinland-Pfalz EBBD-Schule nennen.

Bei der Begrüßung der Ehrengäste, die anlässlich einer kleinen Feierstunde in Bad Kreuznach in der Rheingrafenstraße erschienen, betonte Schulleiter Prof. Dr. Hans-Joachim Bechtoldt, dass das sog. „European Business Baccalaureate Diploma“, kurz EBBD, nicht nur eine große Chance für die teilnehmenden Schüler/innen sei, sondern nun auch für die Bad Kreuznacher Bildungseinrichtung eine besondere Herausforderung bilde. Neben der zusätzlichen Arbeitsbelastung im normalen Schulalltag durch Fachunterricht in englischer Sprache stelle z. B. auch das geforderte Auslandspraktikum für viele ein erster Schritt in die Unabhängigkeit dar. Hier gelte es, sich allein in einem fremden Arbeitsumfeld zu bewähren und mit der Kultur des Gastlandes auseinanderzusetzen. Dies mache Kompetenzen jenseits der reinen Fremdsprache erforderlich. „Im Klassenraum erworbene Kenntnisse werden dort angewandt, wo sie auch später gebracht werden: im internationalen beruflichen Umfeld“ führte der Schulleiter aus.

Dem konnte die Vertreterin des Bildungsministeriums, Frau Kerstin Belyea, nur beipflichten. Sie hatte vor ihrer Zeit im Ministerium als Lehrkraft für bilinguale Betriebswirtschaftslehre am EBBD-Programm mitgearbeitet. Sie richtete das Wort an die als Projektteilnehmer tangierten anwesenden Schülerinnen und Schüler und bestärkte sie auf ihrem Weg, der sie nicht nur in ihrer beruflichen sondern auch in ihrer persönlichen Entwicklung voranbringe.

Auch die die EBBD-Deutschland Koordinatorin, Frau Studiendirektorin Ute Schmitt, die das Zertifikat überreichte, bestätigte, dass junge Menschen einen enormen Reifeprozess durch die Teilnahme an EBBD vollzögen. In einer Präsentation stellte sie dann das EBBD-Programm kurz vor.

EBBD ermöglicht begabten Schüler/innen, welche die allgemeine Hochschulreife am beruflichen Gymnasium Wirtschaft anstreben, am bilingualen Unterricht im Fach Betriebswirtschaftslehre teilnehmen und gute Fremdsprachenkenntnisse besitzen, den Erwerb zusätzlicher Kompetenzen in den Bereichen Wirtschaft, Mobilität und Europa. Diese Kompetenzen bilden einen europaweit harmonisierten Standard und stellen eine Art "europäisches Abitur" dar. Konkret bedeutet dies für die Absolvent/innen aber auch, dass sie ein mindestens vierwöchiges Praktikum in einem Unternehmen im Ausland absolvieren dürfen, das Fach Betriebswirtschaftslehre in der gesamten gymnasialen Oberstufe auf Englisch unterrichtet wird, sie in internationale Projektarbeit mit Partnerschulen im Ausland eingebunden sind und eigenständig eine Juniorfirma betreiben. Das EBBD-Zertifikat ist somit ein Exzellenz-Label für begabte Abiturient/innen, das zugleich die wirtschaftsbezogene Bildung aufwertet und die Motivation für den Erwerb wirtschaftsbezogener Kompetenzen und berufliche Mobilität fördert.

Landrat Franz Josef Diel betonte, dass das EBBD nicht nur einen Mehrwert für alle davon tangierten Schüler/innen darstelle, sondern im Zuge der Globalisierung zur Stärkung der Schullandschaft im Landkreis und dem Wirtschaftsstandort Bad Kreuznach, in dessen Region viele Unternehmen im Rang von Global Playern angesiedelt sind, beitrage. Aber nicht nur Große Unternehmen benötigten die mit dem EBBD-Level verbundenen Fähigkeiten, sondern auch kleine Unternehmen suchten flexible und hochqualifizierte Mitarbeiter. „Wir sind als Schulträger stolz darauf und gratulieren der BBS Wirtschaft, deren innovatives Denken und Handeln nun auch diese Anforderungen bei der Ausbildung ihrer Schüler erfüllt“ resümierte der Landrat.

 

Prof. Dr. Bechtoldt dankte zum Abschluss den Studiendirektoren Esther Barkanowitz und Günter Schwindt für die Umsetzung der EBBD-Zertifizierung, Frau Schmitt für die Kooperation in der Zertifizierungsphase, dem Schulleitungsteam und dem Kollegium für das Engagement bei der Anpassung der schulinternen Arbeitspläne und nicht zuletzt den Schülerinnen und Schülern für ihren Enthusiasmus und die Bereitschaft sich auf diese neue Herausforderung zum Wohl der Schülerinnen und Schüler einzulassen. Wer Interesse an dieser Bildungschance hat, kann im Anschluss an die Infoveranstaltungen zum Beruflichen Gymnasium Wirtschaft am 5.12. und 16.1. (jeweils 18 Uhr in der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach, Rheingrafenstr. 20) in einer EBBD-Präsentation Details erfahren.

Kerstin Belyea, Bildungsministerium, Schulleiter Prof. Dr. Hans-Joachim Bechtoldt, StD Esther Barkanowitz (BBS KH), StD Ute Schmitt (BBS LU), Landrat Franz Josef Diel bei der Verleihung der Akkreditierungsurkunde.

Klassenfahrt der BOS2W15 nach Barcelona

Unsere Klassenfahrt startete am Dienstag, den 07.06.2016 auf dem Flughafen Frankfurt Hahn mit Ryanair in Richtung Girona. Einchecken, Schwitzen beim Wiegen der Koffer (Gottseidank musste keiner was nachzahlen!), Boarding und ab in den Flieger nach Barcelona. Die Beinfreiheit der Billigairline hatte nix mit Freiheit im eigentlichen Sinn zu tun, aber unseren Lehrern war ja schließlich daran gelegen, unser Portemonnaie zu schonen.

Nach der Landung in Girona, ging es weiter mit dem Bus zum Estacio del Nord in Barcelona. Nun nur noch "ein paar Schritte" bei brütender Hitze mit dem Koffer quer durch die Innenstadt von Barcelona und wir hatten das Hotel auch schon vor unseren Augen. Nachdem die Zimmer eingeteilt waren, hatte jeder die Möglichkeit, sich ein wenig zu entspannen oder auf eigene Faust die Stadt zu erkunden. Unser Hotel war natürlich kein Ziel der Hautevolee, aber mit einer unschlagbaren Lage direkt zentral in Barcelona. Sobald man das Hotel verließ, war man mittendrin im Leben einer, wie wir alle fanden, fantastischen Stadt. Man kann durchaus sagen, einer der schönsten Städte Europas. Gegen Abend trafen wir uns mit unseren Lehrern, um noch den Placa del Rey, die Ramblas, den Mercat de La Boqueria (mit den leckersten Smoothies der Welt) sowie den alten Hafen zu erkunden - reich bestückt mit teuren Yachten.

Mittwochs ging es zum Plaza Espanya, der uns alle mit seinem einzigartigen Springbrunnen faszinierte. Obwohl der Plaza Espanya ordentlich weit weg und nicht wie angekündigt "grad um die Ecke von hier" war, war Laufen angesagt zum Leidwesen der Schülerschaft. Entlang des Springbrunnens führten uns Treppen auf eine Augenhöhe, von der man eine unschlagbare Aussicht auf Barcelona hatte. Im Anschluss daran ging es Richtung Olympiagelände und Olympiastadion. Ein riesiges Gelände, das ohne Zweifel prädestiniert ist für große Sport- und Musikveranstaltungen. Der Rückweg in die Stadt führte uns am neuen Hafen und dem Shopping Center Mare Magnum vorbei zurück ins Hotel. Wir hatten nun bestimmt schon 12 km auf den Sohlen, daher waren die Lehrer so lieb, uns abends etwas Freizeit einzuräumen und zeigten uns ihre Lieblingsbars und Tapas- Restaurants (diesmal wirklich) "um die Ecke".

Donnerstags stand dann der berühmte Künstler Gaudi auf dem Programm, der das Stadtbild von Barcelona mit seinen einzigartigen Gebäuden und Parkanlagen prägt. Seine Architektur ist Geschmackssache, aber uns allen hat sie sehr imponiert. Wir hatten den Eindruck, dass Frau Barkanowitz bald mehr über seine Gebäude und seine Person wusste als er selbst. So wurden wir äußerst umfangreich informiert. Wir starteten (erneut) zu  Fuß in der Altstadt, setzten unsere Wanderung über den exklusiven Passeig de Gracia fort, weiter zu Casa Batlo, La Pedeira und Park Guell und kamen schließlich nachmittags an der Sagrada Familia an, dem Wahrzeichen von Barcelona. Gigantisch. Gegen Abend hatten wir glücklicherweise wieder Freizeit, da unsere Beine uns wahrscheinlich keinen Zentimeter mehr weiter getragen hätten. Um von der Sagrada Familia heimzukommen, bevorzugten wir alle die U-Bahn. Wenn wir am Tag vorher 12 km zurückgelegt hatten, dann waren es heute sicherlich über 15km - 1/3 davon bergauf! Ein Teil von uns legte sich danach erst einmal eine Runde schlafen und die anderen, physisch resistenter, zogen Badekleidung an und marschierten Richtung Strand, was auch wieder 20-30 Minuten Fußweg beinhaltete.

Freitags war ein Spaziergang zum Park de la Ciutadella und dem Arc de Triomf angesagt. Es war brütend heiß, aber das störte uns nicht weiter, da der besagte Park wirklich von Anfang bis Ende beeindruckte. Ein fantastischer Stadtpark mit einem Springbrunnen, der noch wesentlich größer war als der Springbrunnen am Plaza Espanya, aber leider „out of order“ wegen Wartungsarbeiten. Da es früh am nächsten Morgen schon wieder nach Hause ging, hatten wir den Nachmittag frei, um uns am Strand zu erholen und die Klassenfahrt gemütlich ausklingen zu lassen.


Goodbye Virtual Reality- Hello Nature

Geocaching auf der Moschellandsburg

Beim diesjährigen gemeinsamen Wandertag des Englisch-Leistungskurses und der Gy 14e erlebten wir einen aufregenden Tag in der Natur, da wir mittels Geocaching verschiedene Stationen in Wald und Feld finden mussten, an denen es Aufgaben zu bewältigen galt. Das letztendliche Ziel war die Burgruine Moschellandsburg, wo spannende Abenteuer auf uns warteten- unter anderem Bogenschießen und Slacklining. Auch mussten wir das sogenannte „Ostfriesenabitur“ bestehen, was nicht so einfach war wie es klingt.

Ein ganz besonderer Moment war als man den Ausblick von der Kletterstation „Hoher Fels“ über die umliegenden Weinberge genießen konnte. Die Slackline, die am höchsten Punkt 8 Meter über dem Waldboden gespannt war, stellte für einige von uns  trotz fachmännischer Sicherung eine Herausforderung dar, die aber von den meisten bewältigt wurde . Ein weiteres Highlight war das Bogenschießen, bei dem man mit einem richtigen Jagd-Bogen und einer richtigen Jagd-Armbrust auf eine Zielscheibe schießen durfte. Beim Bogenschießen wurde die Bogenstärke den verschiedenen Pfeiltypen zugeordnet und auch an die Kräfte der einzelnen Schüler angepasst.

Danach konnten wir uns bei Frau Barkanowitz beim gemeinsamen Grillen mit dem Lehrerteam entspannen und stärken. Diejenigen, die noch genug Energie hatten, durften auch noch reiten oder einfach nur mit den verschiedenen Tieren auf dem Bauernhof schmusen.  

Insgesamt hatten wir einen gelungenen Wandertag, bei dem viel gelacht und viel erlebt wurde, obwohl das Wetter nicht immer auf unserer Seite war.


BBS Wirtschaft Bad Kreuznach leistet Beitrag zum gewaltfreien Miteinander

Die BBS Wirtschaft Bad Kreuznach organisierte in der zweiten Woche  des Schuljahres 2015/16 ein eintägiges Anti-Aggressionstraining für die Schüler/innen der Berufsfachschule I. Geleitet wurde die Veranstaltung von George Ford, einem erfahrenen Kampfkunst-Trainer und Inhaber der George Ford Akademie Mainz, und stand ganz unter dem Motto: „Locker bleiben – ohne Gewalt gewinnen“.

Beide Klassen der Berufsfachschule I der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach durften am Morgen des 14.09.2015 bzw. des 16.09.2015 ihre Bücher ausnahmsweise zuhause lassen, um einen Schultag lang zu lernen, wie man sich auch ohne den Einsatz von Gewalt durchsetzen kann. Initiiert wurde das Anti-Aggressionstraining in Zusammenarbeit des Schulleiters, Oberstudiendirektor Prof. Dr. Bechtoldt, den Lehrkräften Oberstudienrätin Iris Schöffel, Studienrätin Kerstin Proksch und Studienrat Marc Walgenbach, sowie dem Kampfkunst-Trainer George Ford. Bei dem ca. fünfstündigen Training wurden die Schüler/innen hinsichtlich selbstbewusstem Auftreten, Deeskalationsstrategien und Selbstverteidigung geschult.

Schulleiter und Lehrkräfte setzten den Termin der Veranstaltung bewusst an den Beginn des Schuljahres. Denn so erfüllte der Projekttag, neben dem zweifelsohne wertvollen Beitrag für einen friedvollen Umgang miteinander, einen weiteren wichtigen Nutzen: Die Schüler/innen der Berufsfachschule I kommen von unterschiedlichen Schulen und kennen sich zu Beginn des Schuljahres größtenteils noch nicht. Des Weiteren sind die Klassenverbände multikulturell geprägt. Das Anti-Aggressionstraining schaffte daher einen außerunterrichtlichen Rahmen, in dem sich die Schüler/innen besser kennenlernen und Berührungsängste abbauen konnten. Das Klassenklima wurde somit verbessert und der Klassenzusammenhalt nachhaltig gestärkt.

Finanzielle Unterstützung erfuhr die BBS Wirtschaft Bad Kreuznach vom Landessportbund Rheinland-Pfalz. Dieser setzt mit seinem Projekt „locker bleiben – ohne Gewalt gewinnen“ seit mittlerweile über zehn Jahren ein erfolgsversprechendes Zeichen für einen gewaltfreien Umgang miteinander. Idee des Projektes ist, dass junge Menschen durch sportliche Betätigung den Umgang mit Niederlagen, Respekt gegenüber dem Gegner, Fairness, Toleranz und Regelakzeptanz lernen und somit Gewaltpotential abbauen. Gefördert werden dabei Maßnahmen, die einen sportbetonten Charakter aufzeigen und gewaltpräventive Inhalte und Maßnahmen umfassen.

Ein besonderes Dankeschön richten Schulleiter und die beteiligten Lehrkräfte an den Verein der Freunde und Förderer der Berufsbildenden Schule Bad Kreuznach, welcher den größten Teil der Kosten übernahm. Somit war seitens der Schüler/innen nur eine geringe Selbstbeteiligung nötig.


Umweltpotenziale im Stadtgebiet Bad Kreuznach nachhaltig fördern und nutzen.

Schulgelände der Berufsbildenden Schule Wirtschaft entwickelt sich zu einem der wertvollsten innerstädtischen Biotope.

Verantwortung vor Leben und Gesetz:

Verantwortungsbewusste Starke helfen Schwachen - gemäß Albert Schweitzer: Leben ist Leben, das Leben will, inmitten von Leben, das Leben will. Das Aussterben von Arten auf unserem Planeten ist leider unumkehrbar. Tiere und Pflanzen haben nicht nur Eigenwerte, sondern auch Funktionen im sensiblen Ökosystem der Erde. Von diesem wiederum hängt der Mensch selbst ab. Wird das Ökosystem gestört, tangiert das alle Beteiligten negativ.

Das aktuelle Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege formuliert in § 1 Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege und gibt konkrete Aufträge.

(1) Natur und Landschaft sind … im besiedelten und unbesiedelten Bereich so zu schützen, dass

1. die biologische Vielfalt,

2. die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts …

3. die Vielfalt, Eigenart und Schönheit …

auf Dauer gesichert sind; der Schutz umfasst auch die Pflege … und … die Wiederherstellung von Natur und Landschaft.

(2) Zur dauerhaften Sicherung der biologischen Vielfalt sind …

1. … Populationen wild lebender Tiere und Pflanzen einschließlich ihrer Lebensstätten zu erhalten und der Austausch zwischen den Populationen sowie Wanderungen und Wiederbesiedelungen zu ermöglichen,

2. Gefährdungen von … Ökosystemen, Biotopen und Arten entgegenzuwirken,

3. Lebensgemeinschaften und Biotope … zu erhalten; bestimmte Landschaftsteile sollen der natürlichen Dynamik überlassen bleiben.

Die Vision: Schüler und Schülerinnen der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach bilden nicht wie sonst üblich in den Pausen auf dem Schulgelände „schweigende“ Gruppen mit Smartphones in der Hand, um öde Vines, SMS oder WhatsApp zu verschicken, zu empfangen oder womöglich mit ihnen über Kameraden mobbend herzuziehen. Zumindest ein Teil unserer Digital Natives hat ein anderes Interesse - sie formieren sich neuerdings in unserer Bildungseinrichtung, um Aktivitäten vom Aussterben bedrohter Arten wie Zwergfledermäuse, Reptilien oder Insekten zu beobachten, zu erfassen und zu begreifen. Damit das möglich wird, plant und schafft die Schulgemeinschaft systematisch Biotope für gefährdete und seltene Arten - und das mitten in einem aufstrebenden, expandierenden und dichtbesiedelten urbanen Raum.

Rund um die Fassade des Schulgebäudes und am alten Baumbestand des Parkplatzes werden zur Zeit Fledermausbretter angebracht, auf dem weiteren Schulgelände Feuchtbiotope betreut, künstliche Lesesteinriegel eingebaut, Wildwiesen angelegt, Bienenstände errichtet - die BBS Wirtschaft Bad Kreuznach ist übrigens seit 2015 ein registrierter bienenhaltender Betrieb.

Hintergrund des Handelns: Ein spannender pädagogisch-didaktischer Prozess ist im Gange; dieser ermöglicht es Schülern und Schülerinnen, im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung, „sich nicht nur als Teil eines komplexen biologischen Systems, sondern als gesamtverantwortlicher Teilnehmer mit individuellen Einflussmöglichkeiten zu begreifen“ (cf. Lehrplan für das Unterrichtsfach Biologie, Berufliches Gymnasium, 27.08.2012, S. 10).

Die Location: Das weiträumige, von der Topographie wie ein langgezogenes Rechteck angelegte Schulgelände zwischen Bahnlinie, Rheingrafen-, Ringstraße und Viadukt zeichnet sich nach genauerer empirischer Untersuchung durch eine bemerkenswerte Artenvielfalt aus. Auf diesem fast ca. 9 ha großen Areal, das als grüne Lunge mitten im südlichen Teil der Stadt Bad Kreuznach positioniert ist, haben sich seit Jahrzehnten diverse schützenswerte bzw. bereits geschützte Arten aus Fauna und Flora fest etabliert. Heimische Orchideen wie das Purpur-Knabenkraut oder die Bocks-Riemenzunge bevölkern neben weiteren geschützten Blumen und Sträuchern, z. B. das Pfaffenhütchen, dieses innerstädtische Biotop genauso wie Schlingnatter, Zaun- und Mauereidechsen, Blindschleichen, gemeinsam übrigens mit Fasanen, Eichhörnchen, Igeln und bedrängten Singvögeln (darunter die Nachtigall),  ferner bedrohten und unter Schutz stehenden Libellen-, Wildbienen-, Hummeln- und Schmetterlingsarten etc.

Die genannten Lebensformen lieben den verschachtelten, kleinräumigen Wechsel aus offenen, niedrigbewachsenen, mit Blumen- und Stauden bestandenen und teilweise gehölzdominierten Standorten mit hoher Kleinstruktur- und Unterschlupfdichte. Die genannten Reptilien, weitere Käfer und Spinnenarten, bevorzugen als Biotope die Schotterflächen, die an die Bahnlinie angrenzen, Schotterflächen des Parkplatzes und die dort vorhandenen Lesesteinhaufen- bzw. künstlichen Steinriegel aus großformatigen Bruchsteinen, die z. B. als Abgrenzung der Parkplätze dienen und im Innern gewünschte Hohlräume und Dauerquartiere bieten. Diese Steinriegel verlängern die Biotope des nordöstlich der Schule gelegenen Kohlenwegs. Im dortigen historischen Monumentalmauerwerk entlang der Bahnstrecke sind diverse Reptilienarten seit Jahrzehnten fest beheimatet. Weiterhin bemerkenswert ist, dass die tiefliegende Bahnlinie wie ein Bau-Riegel im Erdreich das vom Kuhberg in die Stadt strömende Grundwasser aufstaut - innerstädtische geographische Namen aus alten Zeiten wie Wassersümpfchen oder Kuhtränke zeugen von der Wasserführung. Ein Teil des am Weiterfluss gehinderten Grundwassers schafft am Fuße der sonst eher unwirtlichen Bahnlinie in offenen Drainageschächten Lebensräume für Amphibien, die ebenfalls ihre Wege entlang der Bahnlinie und des Schulgeländes suchen und dort auch passende Biotope antreffen.

Allein der 600 m lange Schulparkplatz, begrenzt in Richtung Schienenkörper durch emissionspuffernden wertvollen Hecken- und alten Baumbestand - anfallender Grünschnitt wird teilweise darin entsorgt und bildet eigene Biotope, stellt als Freifläche ein ganz hervorragendes Jagdbiotop verschiedener Fledermausarten dar. Das wertvolle Schulbiotop liegt übrigens nicht viel weiter als ca. 500 m entfernt vom Naturschutzgebiet Nahe.

 „In Anpassung an durch menschliche Bebauung veränderte Umweltbedingungen finden dort z. B. die dicht an der Vegetation oder im freien Luftraum jagenden Fledermäuse große Mengen nachtaktiver Falter und andere nahrhafte Insekten, die hier auf dem Schulgelände, angelockt durch den wärmeabstrahlenden Asphalt, die ausgedehnte Gebäudebeleuchtung und unachtsam entsorgte Essensreste, erfolgreich ihr Habitat besiedelt haben“, so Schulleiter Prof. Dr. Bechtoldt. „Das Beutetierangebot ist in Verbindung mit den strukturellen Gegebenheiten der Flächen stets der entscheidende Faktor für das lokale Auftreten einer Population. Eine einzige Zwergfledermaus vertilgt dabei beispielsweise bis zu 3.000 fliegende Insekten pro Nacht und schützt damit die in dieser Region der Stadt wohnenden Menschen vor blutsaugenden Plagegeistern. Wenn diese Fluginsekten nicht durch Fledermäuse oder etwa Spinnen dezimiert würden, könnten in den Sommermonaten Menschen dort nicht in Ruhe sitzen, spazieren oder schlafen“ führt er weiter aus.

Zur Genese: An der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach kam es aktuell, angeregt durch eine ganze Gruppe Umweltinteressierter um Schulleiter Prof. Dr. Bechtoldt, der selbst jahrzehntelang ehrenamtlich im Bereich Naturschutz engagiert ist (Kreisjagdmeister und Mitglied des Naturschutzbeirates) und bereits vor einem Jahrzehnt die ersten Fledermauskästen kaufen und aufhängen ließ, zu neuen Ideen. Dank der Unterstützung durch Lehrkraft und Tierärztin Sandra Schubert, Schulsozialarbeiterin und Imkerin Susanne Mohn und Hausmeister Erik Thomas, Naturschützer und gelernter Schreiner, kam es zu einer weiterführenden Initiative. Im Sommer 2015 wurden zehn kleinere Fledermauskästen zur künftigen Nutzung durch Fledermausmännchen sowie fünf großformatige Nistkastenbretter für Fledermausweibchen und ihre Jungen, die genügend Raum für eine Wochenstube mit bis zu 100 Muttertieren bieten, gebaut. Als Wochenstube wird das Quartier bezeichnet, in dem sich die trächtigen Weibchen der Fledermäuse zusammenfinden, ihre Jungtiere zur Welt bringen und diese gemeinsam aufziehen. Diese Wohnungsbaumaßnahmen für Kleinsäuger sind schwerpunktmäßig zur Angebotsbereicherung des Aufzuchtsjahres 2016 bestimmt; das Fortpflanzungsgeschehen ist aktuell (Spätsommer 2015) im Gange.

Es ist geplant, zum beginnenden Schulhalbjahr in Zusammenarbeit mit interessierten Schülerinnen und Schülern neuer Jahrgänge diese Fledermausquartiere wetterfest zu machen, weitere zu bauen und unter Beachtung der Himmelsrichtung - auch das müssen Jugendliche ohne Bezug zu den Gestirnen heute leider erst einmal lernen - und der damit verbundenen Witterungseinflüsse günstig zu platzieren. So entsteht allmählich das dann wohl größte künstliche Fledermausquartier im Stadtgebiet.

Die zu einem Ortstermin in der BBS Wirtschaft anwesenden Vertreter des NABU Rheinland-Pfalz zeigten sich von dieser Projektreihe und den weiteren Naturschutzmaßnahmen der Bildungseinrichtung begeistert. Für dieses bereits jetzt „beispielhafte und vorbildliche Engagement“ wurde die Schule dann auch am 20. August 2015 durch Cosima Lindemann vom NABU Rheinland-Pfalz im Rahmen der Aktion „Fledermäuse willkommen“ mit einer Urkunde und einer Plakette zur Anbringung am Gebäude ausgezeichnet. Die Fledermausexpertin des NABU merkte an: „Fledermäuse brauchen solche Projekte bzw. vorausschauende Hilfestellungen, denn bedrohte Arten wie die Zwergfledermaus, sind mittlerweile auf Quartiere an Gebäuden angewiesen“. Herr Michalski, Vorsitzender des NABU Bad Kreuznach, und Kenner der hohen Qualitäten und Schutzwürdigkeit des in Jahrzehnten gewachsenen Schulbiotops, unterstützte die Aktion zusätzlich durch seinen fachkundigen Rat. In Deutschland gibt es 25 Fledermausarten, die im Anhang IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie aufgeführt und deshalb nach dem eingangs erwähnten Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt sind. Für deren Schutz sind bestimmte Maßnahmen erforderlich, um Folgen der Lebensraumveränderungen, wie die Zurückdrängung der Wälder zugunsten offener Flächen und junger Monokulturlandschaften in Form schnell wachsender Nadelgehölze an Stelle alter Laubbaumbestände, Einsatz von Bioziden, Sanierungen an Häusern und anderen Gebäuden, gravierende bauliche Veränderungen zuungunsten der Fledermäuse etc. abzumildern. Zu den ca. 20 rheinland-pfälzischen Fledermausarten zählen vorwiegend die Zwerg-, Rauhhaut-, Mücken- und Mopsfeldermaus, der Große und Kleine Abendsegler und das Graue und Braune Langohr. Ehemals ansässige Arten, wie die Kleine Hufeisennase, sind ausgestorben. Hier erkannte man die Notwendigkeit der Unterstützung durch den Menschen leider zu spät; am besagten Habitat der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach soll es dazu nicht kommen.

Die nun hier primär unterstützte Zwergfledermaus gehört zu den kleinsten Arten der sog. Microchiroptera  in Deutschland. Mit zusammengefalteten Flügeln ist sie ungefähr so groß wie eine Streichholzschachtel und wiegt durchschnittlich etwa so viel wie zwei Gummibärchen. Die Art gilt als anpassungsfähig und nutzt eine Vielzahl von Lebensräumen. Wochenstubenquartiere findet sie zumeist in engen Spaltenräumen in und an Gebäuden - falls diese nicht „weggebaut“ wurden.

Quelle: http://www.ffh-anhang4.bfn.de/ffh_anhang4-fledermaeuse.html
Foto: Christian Jungmann

Gewicht: 3-8g
Körpergröße: 33-50 mm
Spannweite: 19 cm

Fledermäuse erhalten „Geleitschutz“ von hoher Warte: Eine optimale Nutzung des Standortpotentials im Blick, wurde aufgrund der Höhe des Schulgebäudes von fast 30 Metern an einen weiteren Luftakrobaten gedacht. Der Turmfalke, Falco tinnunculus, gilt als Profiteur der Urbanisierung und bevorzugt als Zivilisationsfolger hoch gelegene Brutplätze. So nutzte er in 2015 einen Vorsprung des Glockenturms an der etwa 200 m entfernt liegenden Diakoniekirche zur Eiablage, allerdings ohne Bruterfolg. Auf dem Flachdach der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach erweitert jetzt eine zusätzliche Brutmöglichkeit das Immobilienangebot der innerstädtischen Turmfalken. Herr Ernst Wolfs, Greifvogelfachmann des NABU, stellte dazu einen Nistkasten zur Verfügung und attestiert hierfür am Schulhabitat einen „hervorragenden Standort, der mit Sicherheit schnell ausgekundschaftet und angenommen sein wird“.

 Im Frühsommer 2016 könnten nach erfolgreicher Brut dann die Jungtiere beringt werden. Ein kleiner Aluminiumring um den Fuß mit einer entsprechenden Buchstaben - und Zahlenkombination wird die schulische Herkunft des Greifvogels nachweisen, sodass Informationen über dessen Zugverhalten, Lebensdauer, Ernährung, Fortpflanzung und Sterblichkeit gewonnen und ausgewertet werden können.

Unverkleideter Falkenbrutkasten auf dem Flachdach der Schule.

Die Bienen: New York, Paris, Mainz und Bad Kreuznach liegen – zumindest bei den Honigbienen - auf einer Linie

Die BBS Wirtschaft Bad Kreuznach ist dank der Initiative der Schulsozialarbeiterin und Freizeit-Imkerin Susanne Mohn seit Juli 2015 als bienenhaltender Betrieb registriert und somit Teil einer internationalen Bewegung: „Überall in den Metropolen boomt die Stadt Imkerei“. Denn auch hier wird eine äußerst nützliche Spezies durch menschliche Ertragsoptimierungsmaßnahmen zurückgedrängt. In einer ländlich-landwirtschaftlichen Monokultur, in der im Zuge der Flurbereinigung und durch die Zwänge der Gewinnoptimierung Hecken, Kleingehölze, Waldstücke und Bachränder systematisch „umstrukturiert“ und immer seltener werden, können Bienen nach der Ernte nicht mehr genügend Pollen und Nektar sammeln. Mancherorts finden Bienen bereits im Juli nur noch blütenfreie Flächen vor.

„Auf dem Land hungern die Bienen“, bedauert Manfred Hederer, Präsident der deutschen Berufsimker. „Manche Völker sterben mitten im Sommer.“

Glücklicherweise stellt sich die Situation in einer Stadt differenziert dar. Hier werden kaum Pestizide eingesetzt oder Blüten frühzeitig abgemäht; ein vielfältiges Nahrungsangebot halten begrünte Dachterrassen, Blumenkästen und -kübel, Kleingärten, ungedüngte Blumenwiesen, Brachflächen, Friedhöfe und blühende Alleebäume bereit.

Für die Schüler und Schülerinnen, die sich zusammen mit Frau Mohn um die Erhaltung der Bienenvölker kümmern möchten, springt dabei nicht nur selbst geschleuderter Honig heraus. Sie erhalten Gelegenheit, über eine Pollenbestimmung Hinweise über die lokalen Trachtpflanzen zu erlangen und sogar selbst mit Hand anzulegen: im Herbst diesen Jahres sollen zwei bienenweidegeeignete, gut 200 qm große Wildblumenwiesen entstehen. Die insektenjagenden Fledermäuse werden die Wiesen ebenfalls als Jagdgrund im Biotop Schule erobern und zu schätzen wissen.

Das Projektteam mit Falkenbrutkasten, Fledermauskasten und Fledermausbrettern (von links): Sandra Schubert, Erik Thomas, Susanne Mohn, Prof. Dr. Bechtoldt, Cosima Lindemann, Rainer Michalski, Ernst Wolfs (Foto: Carsten Zillmann, Oeffentlicher Anzeiger).

Berufsbildende Schule Wirtschaft Bad Kreuznach stellt bei den Rechtsanwaltsfachangestellten die Prüfungsbeste

Zum Ende des Schuljahres 2014/2015 schlossen u. a. 14 Schülerinnen der Richtung Rechtsanwaltsfachangestellte an der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach ihre Ausbildung mit durchweg sehr gutem Erfolg ab.

Im Rahmen eines feierlichen Festaktes in Koblenz erhielten diese Absolventinnen und Absolventen ihre Zeugnisse; überreicht durch den rheinland-pfälzischen Staatsminister der Justiz, Prof. Dr. Gerhard Robbers und den Präsidenten der Rechtsanwaltskammer, Justizrat Rechtsanwalt Gerhard Leverkinck.

Besondere Glückwünsche während dieser Feierstunde empfing Schülerin Madeleine Klein aus Breitenheim, ausgebildet in der Meisenheimer Kanzlei Lenhoff, die als Jahrgangsbeste des gesamten Oberlandesgerichtsbezirks Koblenz die Prüfungen durchlief und auch dadurch geehrt wurde, auf der Abschlussfeier die Abschiedsrede halten zu dürfen.

Der Schulleiter der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach, Prof. Dr. Hans-Joachim Bechtoldt, brachte gegenüber den im Unterricht bei den Rfa-Klassen eingesetzten Lehrkräften seinen Stolz darüber zum Ausdruck, dass an seiner breit aufgestellten Bildungseinrichtung in den vergangenen Jahren im Bereich Rfa eine Schülerin beschult wurde, die dann, aufbauend auf ihrer bisherigen gymnasialen Karriere (samt Abitur) einen Abschluss mit solch ausgezeichneten Leistungen erreichen konnte: „Wir gratulieren ihr und allen weiteren Absolventinnen zum schulisch-beruflichen Erfolg und wünschen einen guten Start in das weitere Berufsleben.

Die stolzen Absolventen und Absolventinnen des Jahrgangs 2014/2015; Rfa 12.
Schülerin Madeleine Klein bei der Übergabe des Zeugnisses
Madeleine Klein während ihrer Abschlussrede
Überreichung des Gehilfenbriefes durch den Staatsminister der Justiz, Prof. Dr. Gerhard Robbers und den Präsidenten der Rechtsanwaltskammer Koblenz, Rechtsanwalt Justizrat Gerhard Leverkinck

Abiturienten der BBS Wirtschaft verabschieden sich positiv und nachhaltig

Inspiriert von Themen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes entwickelte unter Anleitung von Oberstudienrätin Daniela Bartkus-Börder der Grundkurs Gemeinschaftskunde der Klasse 12b des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft Bad Kreuznach die Idee, sich mit einer „Aufmerksamkeit für die Allgemeinheit“ in ihrer „Schulstadt“ aus dem regionalen Schulleben zu verabschieden. Dieser Gedanke fand spontan auch Gefallen in einem weiteren Kurs der Jahrgangsstufe 12, so dass sich auch die Klasse 13b der Abiturienten-Aktion anschloss.

Man nahm sich vor, ein positives Zeichen zu setzen und für einen Tag selbst aktiv zu werden. Die Idee des „Müllinator-Tages“ war geboren. Kursleiterin Daniela Bartkus-Börder leitete die Idee an Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer weiter. Spontan zeigte diese Begeisterung für ein solches schulisches Engagement und sagte Unterstützung des Schülerprojekts zu. Tatsächlich konnte ganz unkompliziert in Kooperation mit dem städtischen Bauhof dann eine Müllsammelaktion durchgeführt werden.

Das Planungsteam beschloss, von Bad Münster aus bis zur Bad Kreuznacher Stadtgrenze das Salinental von Wohlstandsmüll zu befreien. Wenige Tage vor dem Abiturball war es dann soweit: Bei strahlendem Sonnenschein, ausgestattet mit professionellen Zangen und Müllsäcken schwärmten die Schülerinnen und Schüler aus und brachten bei der Aufräumaktion Erstaunliches zu Tage. Schubladen und andere Möbelteile lagen, achtlos entsorgt, im Gebüsch, gebrauchte Windeln in der Höhle eines Baumstumpfs, leere Flaschen am Wegesrand. Besonders ärgerte sich das „ehrenamtliche Entsorgungsteam“ über Verpackungsreste und tausende von Zigarettenstummeln, die sich in der „grünen Lunge“ des Salinentals auf Schritt und Tritt fanden. Die Schülerreaktionen reichten dabei von Ekel bis zum massiven Ärger über das unbedachte Verhalten vieler Mitmenschen. All diese Fundstücke waren nämlich von Menschenhand - ohne Einschalten des jeweiligen Gewissens - an Ort und Stelle gelangt. Andererseits freuten sich die Umweltaktivisten der Berufsbildenden Schule Wirtschaft über das unterstützende Lob ihres während der Planungsphase eingebundenen Schulleiters Prof. Dr. Hans-Joachim Bechtoldt, der selbst an manchen inner- und außerschulischen  Umweltprojekten partizipiert und vor allem auch bei der Arbeit vor Ort über die positive Resonanz der Passanten. Diese positiven Aspekte, verbunden mit der Anerkennung durch die Bad Kreuznacher Oberbürgermeisterin und die Verantwortlichen des städtischen Bauhofs, deuteten sie als kleinen Lohn für ihre ehrenamtliche Arbeit. Zudem hofften sie, dass mit dieser Aktion das Bewusstsein der Passanten für eine saubere Umwelt sorgen zu sollen, ebenfalls geschärft werden konnte.

Dieser Wandertag einer etwas anderen Art fügt sich ein in das Konzept eines handelnden Lernens. Auf der Metaebene der Reflexion des Geleisteten zurück im Unterricht sah sich mancher Schüler in der Tradition des Ökonomen und Soziologen Lucius Burckhardt, der die sogenannte „Spaziergangwissenschaft“ entwickelte. Burckhardt ging unter anderem der Frage nach: „Wie beschließt man eigentlich, was man in der Umwelt verändert? Auf der einen Seite wirkt der Mensch auf die Umwelt. Auf der anderen wirkt die veränderte Umwelt zurück auf den Menschen.“ In diesem Sinne sensibilisiert für politische Erfordernisse diskutierten auch die Schüler mögliche persönliche und politische Konsequenzen aus diesem Tag der konkreten Umwelterfahrung.

Müllinator-Tag der Klassen BGY12b und 13b begleitet von Kursleiterin D. Bartkus-Börder
Abiturientinnen mit Engagement am Werk: Duygu Urgulu, Nigina Faqhiri, Nathalie Krause und Selina Steuer.
Abiturienten der BBS Wirtschaft in voller “Müllsammelausrüstung”. Rechts vorne: Lehrkraft OStR’ Bartkus-Börder.

„Eine Investition in Wissen bringt die besten Zinsen“

BBS Wirtschaft verabschiedet sog. „Abendschüler“ mit der Fachhochschulreife

Gemäß dieser Devise, die auf eine Aussage Benjamin Franklins zurückgeht, besuchte eine Gruppe junger Berufstätiger für knapp zwei Jahre die Duale Berufsoberschule, eine von neun Schulformen an der Berufsbildenden Schule Wirtschaft in Bad Kreuznach, um nun höherqualifiziert für neue Herausforderungen gerüstet zu sein.

Neben ihrer Berufstätigkeit besuchten die Mitglieder der Lerngruppe montags und mittwochs den abiturvorbereitenden Abendunterricht und freuen sich nun nach Erhalt des ersehnten Zertifikats auf ein Studium oder eine Aufstiegschance im bisherigen beruflichen Umfeld.

Propädeutisch geschult und mit erweitertem Fach- und Allgemeinwissen sehen die frischgebackenen Fachabiturienten optimistisch der Zukunft entgegen. Die individuellen Vorhaben sind breit gefächert und reichen vom Wunsch, einen IT-Studiengang einzuschlagen über das Ziel, im Gesundheits- und Pflegemanagement beruflich tätig zu werden, bis hin zur Aufnahme eines Jura-Studiums bzw. zum Besuch der Verwaltungshochschule.

Das engagierte Lehrerteam um Klassenleiterin OStR‘ Daniela Bartkus-Börder freut sich mit Schulleiter Prof. Dr. Hans-Joachim Bechtoldt über den schulischen Erfolg und die konkreten Karrierewünsche. „Den Absolventinnen und Absolventen muss man Achtung für ihren schulischen Erfolg entgegenbringen; auch alle Lehrenden unserer großen Bildungsanstalt können stolz sein, ihre pädagogischen und fachlich unterstützenden Beiträge zu dieser positiven  Entwicklung junger Erwachsener geleistet zu haben“, führt der Schulleiter aus. Übrigens, Anmeldungen zu dieser Schulform sind für den neuen Ausbildungsgang ab September 2015 auch jetzt noch möglich.

Das Fachabitur an der Dualen Berufsoberschule erlangten in diesem Jahr die Damen und Herren Ashraf Aqtash, Marcel Bartholome, Christian Beuscher, Ines Blauth, Tim Eigelsbach, Jamileh Hosseinpour, Katharina Janzer und Silke Mohr. Jahrgangbeste war Ines Blauth.

Klassenleiterin OStR‘ Daniela Bartkus-Börder und StR Michael Zeidler überreichen die Fachabiturzeugnisse in feierlichem Rahmen an die Absolventen der Dualen Berufsoberschule

Lernortkooperation an der Berufsbildenden Schule Wirtschaft in Bad Kreuznach mit dem Städtischen Kindergarten Ria-Liegel-Seitz, Bad Kreuznach

Erfahrungsbezogenes Lernen statt dröger Wissensvermittlung und -abfrage konnten dank der Initiative von Tierärztin und Dozentin Sandra Schubert 16 Schülerinnen und 1 Schüler der BS Tfa 14, angehende Tiermedizinische Fachangestellte also, am Ende ihres 1. Ausbildungsjahres an der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach im Rahmen eines dreiwöchigen Projektes „live“ erleben. Das Thema lautete „Adressatengerechte Kommunikation in einem Beratungsgespräch in einer Vorschulkindergartengruppe zum Thema Kaninchen“.

Die anfängliche allgemeine Skepsis,  sie würden - so ein erstes Meinungsbild in der Klasse - doch den Beruf der / des Tiermedizinischen Fachangestellten und nicht den der Erzieherinnen und Erzieher anstreben, wich in der intensiven Auseinandersetzung schnell mit der Aufgabe. So entwickelten die Schüler ihren ganz eigenen Plan, indem sie sich inhaltlich auf tiergerechte Heimtierhaltung, exemplarisch an der für diese Altersgruppe gängigen, aber durchaus kritisch zu betrachtenden Haltung von Kaninchen, fokussierten. 

Und befanden sich dabei, ganz zufällig, in bester Gesellschaft. Seit Deutschland 2002 als erstes Land in der EU den Tierschutz ins Grundgesetz (Artikel 20a GG) aufgenommen und damit zum Staatsziel erhoben hat, haben Tierschutz und Tierrechte seitdem gesamtgesellschaftliche Relevanz. 

So wurde bereits ein ganz ähnlich konzipiertes Kindergarten-Projekt von der hessischen Tierschutzbeauftragten erfolgreich umgesetzt. 

Auch stellte sich rasch heraus, dass das Ziel „die Kinder zum Nachdenken über die Bedürfnisse eines Heimtieres anzuregen“, ohne dabei von oben herab belehrend aufzutreten, keine einfache Aufgabe ist. Im Kern geht es ja um die Frage: Wie gehe ich mit Schwächeren oder mit Andersartigen um? Emsig wurden Spiele und bekannte Kinderlieder umdefiniert, Rollenspiele entwickelt und Plakate gebastelt. Auf echte Kaninchen mussten die 10 Kinder der Kita allerdings verzichten. „Wir hätten uns sonst unglaubwürdig gemacht“, so der kurze Kommentar. Stattdessen griff man kurzerhand zurück auf Präparate wie Wildkaninchen oder Feldhase, ausgeliehen beim bereitwillig kooperierenden Landesjagdverband Rheinland-Pfalz in Gensingen. Dessen Bildungsreihe “Rollende Waldschule” hat mit diesem Kindergartenprojekt übrigens manche Berührungspunkte. 

Während und nach der Umsetzung dieser Aktion waren alle Beteiligten sehr zufrieden. Die Kinder nebst anwesenden Erzieherinnen zeigten sich von der Idee und den Spielen begeistert und wünschten sich zukünftig ähnliche Maßnahmen, die in das Konzept der „Öffnung des Kigas“ passen. 

Der Leiter der Ausbildungsschule, die Tierarzthelferinnen besuchen die Berufsbildende Schule Wirtschaft in Bad Kreuznach, Professor Dr. Hans-Joachim Bechtoldt, selbst aktiver Vertreter im Naturschutzverband LJV, Mitglied im Naturschutzbeirat und Kreisjagdmeister, war von der Idee ebenfalls begeistert: „Kindern im Vorschulalter zoologisch-biologische Fragestellungen nahezubringen und konkret in der Zeit vor wochenlangen Schulferien, in der sich manche Mitmenschen leider durch das Aussetzen ihrer beim Urlaub störenden Haustiere entledigen, und bei ihnen mittels eines Mentorensystems Aspekte von Tierschutz und Jugendarbeit aufzuzeigen, ist eine ausgezeichnete Idee. Den Tierschutzgedanken an die Zielgruppe zu vermitteln, wo oft Tiergeschenke unüberlegt getätigt werden, verdient hohe Anerkennung. Dass dabei junge tiermedizinische Fachleute Kiga-Kinder unterrichten, bringt hohe Authentizität. Man muss allen Beteiligten Dank sagen! Besonders sei unserer Lehrkraft Tierärztin Sandra Schubert gedankt.“

 

 

„Sofi“ als Unterrichtsprojekt an der Berufsbildenden Schule Wirtschaft

Naturwissenschaftlicher Unterricht wird unter „halbmondförmiger Sonne“ praktisch umgesetzt

Lehrkräfte der Berufsbildenden Schule Wirtschaft nutzten das seltene Schauspiel der zum Frühlingsbeginn 2015 für die Nordhalbkugel angekündigten totalen bzw. in unserer geographischen Lage als partiell zu sehenden Sonnenfinsternis, um Schülerinnen und Schülern von Berufsschule, Berufsfachschule und Beruflichem Gymnasium das Phänomen eines solchen Naturschauspiels in Theorie und Praxis nahezubringen.

Der rührige Vorsitzende des Fördervereins („Verein der Freunde und Förderer der Berufsbildenden Schule Wirtschaft“), StD i. R. Karlhubert Wickert, ermöglichte auf Anregung des Schulleiters, Prof. Dr. Hans-Joachim Bechtoldt, die finanziellen Voraussetzungen, um rechtzeitig vor dem Event gleich ein ganzes Paket qualitätsgeprüfter, nach DIN zertifizierter und mit Original Filterfolie versehener Sonnensichtbrillen anzuschaffen. Nur Brillen dieser Güteklasse, die unter Berücksichtigung aktueller deutscher und europäischer Sicherheitsnormen produziert werden, lassen bei vorschriftsmäßigem Gebrauch einen ungefährlichen Blick in die Sonne und ihre unmittelbare Umgebung zu. Die begeisterten jungen Brillenträger der BBS Wirtschaft sollten es den Initiatoren des Projekts später noch danken.

Der Leiter der naturwissenschaftlichen Abteilung der Berufsbildenden Schule Wirtschaft, StD des. Mario Masius, hatte gemeinsam mit Frau Studienrätin Kerstin Proksch den Lerngruppen zunächst an Simulationsmodellen der Astronomie erläutert, welche Voraussetzungen vorliegen müssen, damit eine solche Konstellation überhaupt entstehen kann. Die neugierigen Zuhörer betraten dabei Neuland: Von „Kenndaten des Finsternismaximums“ war ebenso die Rede wie von „geographischen Positionen“, „Azimuth“, „Gammawerten“, „Finsternisgrößen“, „Totalitätslängen“, „Kernschattenpfad“ und anderem mehr. Auch die Mathelehrerinnen Studienrätin Ulrike Zimmer und Oberstudienrätin Andrea Graebenteich waren gefragte Personen und sahen sich als Fachfrauen von ihrer Schülerschaft umlagert.

Auf eine kurze Formel gebracht: In einer Neumondphase muss tagsüber der Mond zwischen Erde und Sonne stehen und sich, seiner Bahn entsprechend, vor die Sonnenscheibe schieben. Der auf die Erde fallende Mondschatten evoziert dann in diesem Bereich eine Finsternis unseres Zentralgestirns unterschiedlicher Intensität. Die Seltenheit des Ereignisses liegt dabei darin begründet, dass die Mondbahn leicht gegen die Erdbahn geneigt ist, sodass der Neumond meist ober- oder unterhalb der Sonne vorbeiwandert. Nur an Knotenpunkten, an denen sich die Bahnen von Mond und Erde schneiden, kann es sich ergeben, dass Erde, Mond und dann auch Sonne exakt in einer Reihe stehen - dann resultiert eine solche Finsternis daraus.

Bei bestem Wetter - leichte Wolkenformationen machten den Blick ins Helle noch angenehmer - zog es dann am 20. März gegen 9.30 Uhr Scharen von zukünftigen Astronomen mit ihren Schutzbrillen nach draußen. Man erlebte von der Rheingrafenstraße aus bzw. an exponierten Aussichtspunkten der Stadt Bad Kreuznach, wie sich binnen einer kurzen Zeitspanne der Neumond vor die Sonnenscheibe schob und sie bis gegen 10.30 Uhr allmählich immer weiter verdunkelte. Total finster, wie etwa im Nordatlantik, wurde es nicht, doch sah man immerhin gut zwei Drittel der Sonne abgedeckt. Diese Teilabdeckung, die allmählich eine „halbmondförmige Sonne“ übriglies, war dann um die Mittagszeit des Tags wieder verschwunden. Zu den Beobachtungen der Astronomie kamen bei einigen Nachdenklichen dann noch Fragen der Philosophie hinzu: Alles ist endlich - sogar die Bahnen als ewig geltender Gestirne.

Das erlebte Naturschauspiel begeisterte so sehr, dass bereits jetzt feststand: Bei der nächsten in Deutschland zu sehenden totalen Sonnenfinsternis, also am nächsten „Tag der schwarzen Sonne“ im September 2081 - unmittelbar nach den Sommerferien -, wird man sich in der alten Schule mit den Lehrkräften von 2015 wiedertreffen und das Ereignis aufs Neue ansehen.

In der Schule ist man bestens darauf vorbereitet, die Schulleitung hat die Schutzbrillen des Fördervereins bereits einsammeln, archivieren und auf Wiedervorlage einordnen lassen.

Abteilungsleiter Mario Masius präsentiert eines der astronomischen Modelle.
Schüler und Lehrkräfte haben sich an exponierter Stelle zur Beobachtung versammelt (von rechts) StR‘ Kerstin Proksch und StR‘ Ulrike Zimmer.
Die Sonnensichel über Bad Kreuznach (Fotos: Monika Baeck)

Charakterbildung Jugendlicher durch Naturerlebnisse „Nahe der Natur“

Das Mitmach-Museum „Nahe der Natur“ in Staudernheim, gegründet im Jahr 2012, ist nach eigener Charakteristik ein kleines aber feines Museum für Naturschutz mit einer gelungenen Mischung zwischen Ausstellungsobjekten und Mitmachmöglichkeiten auf einem Freigelände mit Naturgarten und angrenzender Wildnis ehemaliger Steinbrüche und Weinbergslagen. Es bietet naturfernen Jugendlichen einen idealen Ort, um die Umwelt und ihre Schönheiten mit allen Sinnen zu erleben. So wurde dieses wertvolle Habitat von den betreuenden Lehrkräften, nämlich Studienrat Matthias Barth und Studienrätin Manuela Dörner für zwei Klassen der Berufsfachschule der BBS Wirtschaft als Ziel einer Unterrichtsfahrt ausgewählt.

Das alte Steinbruchgelände bietet nach seiner Renaturierung unzähligen Arten von Tieren und Pflanzen einen besonderen Lebensraum und gestattet Beobachtungsmöglichkeiten, dem Slogan „Nahe-Erlebnisse“ entsprechend. Schulleiter Prof. Dr. Hans-Joachim Bechtoldt begrüßt und fördert solche praxisnahen und handlungsorientierten Unterrichtseinheiten in Ökosystemen. „Naturklassenzimmer“ stellen für ihn kreative und Heranwachsende ganzheitlich fordernde und fördernde Ergänzungen zum normalen Unterrichtsalltag dar.

Speziell etwa die in der Berufsfachschule angebotene Arbeitsgemeinschaft „Charakterbildung durch Naturerlebnisse“ entspricht solchen Exkursionszielen. Dabei geht es nicht nur darum, Natur mit allen Sinnen zu erleben, sondern sich umsichtig in Habitaten bzw. Biotopen zu bewegen, Gemeinschaft auf eine besondere Art zu erleben, mit anderen dabei zu kooperieren sowie den eigenen Leistungswillen zu steigern. So werden Sinne geschärft, die im üblichen Schüleralltag bzw. im Biorhythmus Jugendlicher eher nicht angesprochen werden.

Durch das von Frau Altmoos auf Berufsfachschüler individuell angepasste Programm war es möglich, dass der mehrstündige Geländerundgang eine besondere Mischung aus Erlebnis, spielerischer Sinneswahrnehmung, Wissensvermittlung und Kommunikation bot. Gemeinsam wurde ein alter Steinbruch erkundet, den sich die Natur mittlerweile „zurückgeholt“ hat, „Freundschaften“ mit Bäumen geschlossen, Tiere beobachtet, Pflanzen bestimmt und auf spielerische Weise ein Einblick in die Beziehung Mensch-Fauna-Flora, also Mensch und Natur gewährt. Mit verbundenen Augen konnten Schüler außerdem lernen, Vertrauen zu ihren Mitschülern aufzubauen und eigene Unsicherheiten abzulegen.


Ein kleiner Beitrag zu mehr Toleranz

Schüler der Berufsbildenden Schule Wirtschaft Bad Kreuznach besuchen DITIB-Moschee

Auf Einladung des Vorsitzenden des Türkisch-Islamischen Kultur Vereins e.V. in Bad Kreuznach, Herrn Cihan Sen, und vermittelt durch Lehrkraft Selami Degirmenci, besuchten angehende Verwaltungsfachangestellte, allesamt Schülerinnen und -schüler der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach, Moschee und türkisches Gemeindezentrum in der Mühlenstraße Bad Kreuznach.

„Vor dem Hintergrund der bedrückenden Geschehnisse in Frankreich und Nigeria wollten wir ein Zeichen für Toleranz setzen“, sagt Gregor Satter, der als Studienreferendar an der Berufsbildenden Schule Wirtschaft tätig ist und diese Klasse im Fach Sozialkunde unterrichtet. Das Thema werde natürlich auch intensiv an der Schule diskutiert, schließlich lernen und arbeiten hier Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturkreise erfolgreich zusammen. Ihm ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler ihre eigene Sichtweise zur Thematik entwickeln und nicht „blind“ populistischen Stimmen folgen, die Ängste schüren und ein Negativbild des gesamten Islams zeichnen wollen. „Hier haben wir die Möglichkeit, Informationen aus erster Hand zu bekommen und auch sensible Fragen wie etwa zur Ausübung von Gewalt im Namen des Islams oder zur Rolle der Frau zu stellen“, so Satter.

Schulleiter Prof. Dr. Hans-Joachim Bechtoldt pflichtet bei: „Die Berufsbildenden Schulen in Bad Kreuznach bilden das größte Schulzentrum des Landkreises: Die Schülerschaft unserer Bildungseinrichtung setzt sich aus gut 30 Ethnien und Angehörigen einer Vielzahl von Religionen bzw. Glaubensgemeinschaften zusammen. Toleranz und Verständnis füreinander sind in einem solch großen ‚Haus des Lernens‘ unerlässlich. Die Kollegen Gregor Satter und Sven Bermel haben mit ihrem Besuch der Moschee - und damit dem Besuch eines außerschulischen Lernorts - einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Kulturen und Religionen geleistet.“  

Im Verlauf der Exkursion entwickelte sich ein offener Dialog zwischen den Schülerinnen und Schülern sowie Vertretern der türkisch-islamischen Gemeinde, aus dem beide Seiten neue Sichtweisen und Erkenntnisse ziehen konnten. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Ansatzpunkte es für mehr interkulturelles Verständnis gibt sowie die Frage, welche Aufgaben Politik, Staat, Kirchen und Gesellschaft dabei übernehmen können. Cihan Sen begrüßte ebenfalls den interkulturellen Dialog: „Wir als türkisch-islamische Gemeinde freuen uns immer sehr, wenn uns junge Menschen besuchen und auf diese Weise Interesse für unsere Religion zeigen“.

„Der Besuch wird auf jeden Fall in der Erinnerung einige Zeit nachwirken und die Schülerinnen und Schüler über verschiedene Themen ins Nachdenken bringen“, ergänzt Satter. Für viele sei es der erste Besuch einer Moschee oder sogar der erste Kontakt zu einer türkisch-islamischen Gemeinde gewesen. So dürfte der abschließende gemeinsame Besuch des Mittagsgebets, zu dem der Imam der Gemeinde die Schülerinnen und Schüler einlud, für viele der Höhepunkt des Tages gewesen sein. Die Organisatoren des Besuchs möchten den Dialog auf alle Fälle fortsetzen und sich für die Förderung des interkulturellen Zusammenlebens sowohl im Schulunterricht als auch im Gemeindeleben einsetzen.

Gäste in der Bad Kreuznacher Moschee: Verwaltungsfachangestellte der BBS Wirtschaft mit ihren Lehrkräften Satter (2. von links) und Bermel (2. von rechts).

Jeden Abend auf dem Sofa bloß chillen – nein danke!

Motivierte Berufstätige lernen stattdessen an der BBS Wirtschaft für das Fachabitur.

An der Dualen Berufsoberschule der BBS Wi kann man parallel zum Beruf das Fachabitur kostenfrei nachholen. Zwei Abende pro Woche trifft sich eine Gruppe jüngerer Berufstätiger nach Arbeitsschluss und bereitet sich innerhalb von knapp zwei Jahren auf die Fachhochschulreife vor.

Im aktuellen Kurs diskutieren Désirée, Marc, Laura, Armine, Thomas und zwölf andere Mitstreiter Kurven in der Mathematik, Kommunikations- und Beziehungsprobleme in Deutsch und die Ukraine-Krise in Sozialkunde statt den warmen Tee oder das Feierabendbier auf dem Sofa zu genießen – und dabei evtl. allmählich Langeweile zu empfinden.

Warum tun sie das? Die jeweilige Motivation ist so unterschiedlich, wie auch die Lebensläufe der Lernenden nicht immer geradlinig sind. Manch einer hatte mit fünfzehn einfach genug von der Schule, wollte abgehen und Geld verdienen. Andere erkannte erst später den Wert und die Notwendigkeit einer Höherqualifizierung. Weitere möchten in eine andere Beamtenlaufbahn wechseln oder doch noch ein Studium aufnehmen. Dass dies realistische Ziele sind, zeigen die letzten Absolventenjahrgänge. Silke arbeitet heute im Management von Audi, Joshua studiert Jura, Sebastian qualifiziert sich an der Finanzhochschule Edenkoben für den höheren Dienst, Andreas arbeitet in der Zentralleitstelle der DB in Frankfurt. Dies sind nur einige Beispiele gelungener beruflicher Fortentwicklungen, die durch den Besuch der Dualen Berufsoberschule Wirklichkeit werden konnten.

Voraussetzung dafür, dass man diesen Ausbildungsgang absolvieren kann, sind lediglich ein qualifizierter Sekundarabschuss I (mittlere Reife) und eine zweijährige, erfolgreiche Berufsausbildung. So treffen sich ganz unterschiedliche Wege: Vom Bankkaufmann bis zur Berufssoldatin ist alles dabei.

Klassenleiterin und Mit-Koordinatorin OStR‘ Daniela Bartkus-Börder ist begeistert von dieser Mischung der Lebenswege, Berufsrichtungen und Nationalitäten. Schulleiter Prof. Dr. Bechtoldt ergänzt: „In dieser besonderen Form der Erwachsenenbildung, in der unsere mit insgesamt neun Schulformen ausgesprochen breit aufgestellte Bildungsanstalt bereits lange und erfolgreich Erfahrungen sammeln konnte, ist ein ganz spezieller und interessierter Austausch auf hohem Niveau möglich. Die zu behandelnden Unterrichtsthemen werden intensiv diskutiert, ihr Sinn abstrahiert und entsprechend den aktuellen pädagogisch-didaktischen Möglichkeiten aller Beteiligten intensiv behandelt.“

Für die in dieser besonderen Schulform eingesetzten erfahrenen Lehrkräfte spielt auch der soziale Austausch eine große Rolle: Es werden Arbeitsgruppen gebildet, gemeinsam politische und kulturelle Veranstaltungen außerhalb der Schule besucht und sofern Zeit und Geldbeutel es erlauben, unternehmen die Kurse kleine Studienreisen, denn auch Reisen kann bilden. Ziele der letzten Jahre waren Berlin, Barcelona, London und Dublin. All dies zeigt, es wird eine andere Form des Von- und Miteinanderlernens angestrebt.

Wer Interesse hat, sich ebenfalls beruflich fortzuentwickeln - oder nur für das eigene Ego zu lernen -, hat die Gelegenheit, sich ab sofort für die Duale Berufsoberschule an der BBS Wirtschaft in der Rheingrafenstraße 20 zu bewerben (www.bbswkh.de oder 0671.794973-0). Wer sich persönlich genauer informieren oder beraten werden möchte, der ist herzlich eingeladen, den Info-Abend am 19. Januar 2015 um 18 Uhr zu besuchen. Wir treffen uns dazu im Foyer der BBS Wi Bad Kreuznach, Rheingrafenstr. 20. Kostenlose Parkplätze gibt es in genügender Zahl vor dem Schulgebäude.

Lohn der Anstrengungen: Feierstunde in der Kreisverwaltung Bad Kreuznach; Zeugnisübergabe durch den Schulleiter Prof. Dr. H.-J. Bechtoldt und Klassenleiterin OStR D. Bartkus-Börder


Hand aufs Herz

Lehrerprofessionalisierung an der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach

„Einfach anschaulich! So wurde mir erst jetzt richtig bewusst, wie genial die Natur doch wirklich ist!“ lautete der spontane Kommentar eines Teilnehmers des Gestaltungsmoduls „Sezieren im Unterricht als Methode wissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung“, das aktuell an unserer Bildungseinrichtung durchgeführt wurde.

„Angehende Lehrkräfte der Fachrichtungen Biologie, Gesundheit, Medizin und Tiermedizin müssen umfassend in Theorie und Praxis ausgebildet sein. Zu modernem handlungsorientierten Unterricht gehören darum z. B. auch Mikroskopier- und Sezierkurse, wozu wir entsprechende Gerätschaften bzw. Mittel zur Verfügung stellen“, betont Prof. Dr. Hans-Joachim Bechtoldt, Leiter der BBS Wirtschaft Bad Kreuznach zum Hintergrund der Veranstaltung.

In der Rolle Lernender durften sich angehende Biologielehrer  und Lehrerinnen einen Tag lang als selbsttätig Forschende mit einer klassischen wissenschaftlichen Untersuchungsmethode auseinandersetzen und diese praxisorientiert anhand von Anschauungsobjekten verifizieren.

Der Modellunterricht war so konzipiert, dass die Teilnehmer zunächst eigene Hypothesen zum Thema Blutkreislauf und zur Frage, wodurch eigentlich sichergestellt wird, „dass das Blut auch immer in die richtige Richtung fließt“, entwickeln mussten. Diese Annahmen konnten dann, dem Kern naturwissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung folgend, anhand geeigneter Methoden, wozu hier das Sezieren eines Schweineherzes in Verbindung mit dem Abgleich am Struktur- sowie einem Kreislauffunktionsmodell zum Angebot zählten, überprüft werden.

Nach einer Zeitreise, beginnend mit einer alten Doktrin, nach der Blut im Körper unentwegt verbraucht und von der Leber neu produziert werde, wie sie einst Galenos von Pergamon um 170 n. Chr. formuliert hatte, was dann aber Ende des 17. Jahrhunderts von den Theorien W. Harveys abgelöst wurde, konnten die Teilnehmer ihren eigenen Blutdruck messen, ihre Herztöne mithilfe eines Stethoskops hören, Herzmodelle aus Papier basteln sowie - ebenfalls ihre eigenen - Venenklappen „sichtbar machen“…
Anders formuliert, sie konnten eine Unterrichtssequenz mit allen Sinnen erleben, der ganz und gar nicht trocken und abstrakt ablief.

Schließlich wurde manuell an Realien weitergearbeitet, wobei trotz des ernsten Geschehens die Stimmung insgesamt positiv blieb.

StRef‘ Sandra Schubert, Tierärztin


Teamförderung durch Mannschaftssport an der BBS Wirtschaft

Zur großen Bandbreite unseres Sportangebotes gehören auch die Mannschafts- bzw. Ball-Sportarten. Das aktuelle Bild zeigt die Fußballer der Wettkampfklasse des Jahrgangs 1996 in entschlossener Pose.
Wir wünschen dieser Gruppe und ihren Trainern viel Erfolg bei den bevorstehenden Wettbewerbsrunden.


Neue Sportaktivitäten

Mens sana in corpore sano

Das Motto des römischen Dichters Juvenal Mens sana in corpore sano, also verantwortungsvoll und erfolgreich zu studieren und dabei die körperliche Fitness nicht zu vergessen, wird hier von Schülerinnen der BOS1W14 offensichtlich mit Freude umgesetzt. Im schuleigenen Fitness-Studio unserer großen Bildungseinrichtung nutzten Schülerinnen der Berufsoberschule modernste Sportgeräte zur körperlichen Ertüchtigung. Unsere Sportlehrkräfte beraten dabei stets, welche Geräte sich für welchen Bedarf optimal eignen. Erfahrungsgemäß leiden nämlich bei ganztägig sitzenden und lernenden Personen Rücken bzw. Wirbelsäule und Beinmuskulatur Not. Aber es gibt ja glücklicherweise diese Möglichkeit, um eben für einen gesunden Geist in einem gesunden Körper zu sorgen. Da unsere Schule neben Walking- und Wanderausrüstungen ebenfalls über Klassensätze an City-Bikes, Snowboards und Skiern  verfügt, kann für jeden Geschmack der Benutzer eine passende Betätigung gefunden werden.

Prof. Dr. Bechtoldt, Schulleiter


Hervorragende Teilnehmerzahl bei der Typisierung von potentiellen Spendern

Landrat Franz-Josef Diel (links) mit Teilnehmern der Typisierung
SchülerInnen während der Blutentnahme

Nach gründlicher Vorbereitung durch die SV der BBS Wirtschaft und SV-Lehrer Matthias Barth standen schließlich am 29.10.2013 zahlreiche SchülerInnen bereit, sich durch medizinische Fachkräfte für die Stefan Morsch Stiftung typisieren zu lassen. Die vom Gründer der Stiftung Emil Morsch - er steht im zweiten Bild links neben Herrn Landrat Diel - in der Vorbereitungsphase der Veranstaltung erhoffte Teilnehmerzahl von 50 SchülerInnen konnte weit übertroffen werden. Für deren Einsatz dankte neben Schulleiter Prof. Dr. Bechtoldt auch Landrat Franz-Josef Diel, der eigens zu diesem Anlass die BBS Wirtschaft besuchte. Der Landrat steht der Stiftung nahe und unterstützt deren Ziele. Da das Forschungsgebiet der Stammzellenforschung in Medizin und Biologie von großer Bedeutung ist, wird der Biologiekurs unserer Schule eine Fach-Exkursion unternehmen und in den Räumlichkeiten der Stiftung auch deren Labor besuchen.


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